FeedMeer oder van der Meire
Bildende KunstBrockhaus 1882

Meer oder van der Meire, Name mehrerer niederländ. Künstler, besonders folgender drei: Jan van der M., der Vater, geb. zu Harlem um 1632, wurde 1674 Rat der Regierung, nachdem er schon seit 1664 Dekan bei der Malergilde gewesen war. Als Regent des Ambachtskinderhuis zu Utrecht malte er sich und seine Mitregenten lebensgroß. Wie viel von einer Reise nach Italien und von Landschaften, Marinen und Tierstücken, die ihm zugeschrieben werden, auf Rechnung seines Sohnes kommt, ist nicht genau zu ermitteln; wahrscheinlich war der Vater nie in Italien und malte nur wenige Seestücke. Er starb zu Harlem im Aug. 1691. Jan van der M., der Sohn, geb. in Harlem 1656, gest. 28. Mai 1705, wurde anfangs von seinem Vater, dann von N. Berghem unterrichtet. Er malte Landschaften mit Tierstaffage und Seestücke; seine Arbeiten zeugen von Naturstudium und Kompositionstalent. Man hat auch einige treffliche Radierungen von ihm (besonders ein stehendes und ein liegendes Schaf). Ein anderer Jan van der M., geb. zu Delft 1636, gest. 1696, brachte aus der Schule bei dem Maler Fabritius tiefes Kolorit und kräftige Beleuchtung mit, welche Eigenschaften allmählich einem weichern, vermittelnden Vortrag wichen. Seine Stoffe sind dem täglichen Leben entlehnt und genrehaft behandelt wie die Courtisane in der dresdener und die Dame mit dem Weinglas in der braunschweiger Sammlung. In der Czerninschen Galerie zu Wien befindet sich eins seiner schönsten Bilder, welches er gemeinschaftlich mit P. van Hooghe malte (es stellt diesen, im Begriff ein weibliches Modell zu malen, vor). Die Galerie der kaiserl. Akademie daselbst besitzt von M. die Gruppe einer Familie in einem Hofe. M. malte auch Straßenansichten, wie eine solche von Delft sich im Städtischen Institut in Frankfurt befindet, endlich Seestücke mit Schiffen u. s. w. In den Akten der Sankt Lukasgilde wird M. als deren Vorstand 1662—71 aufgeführt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 572Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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