FeedDietrich (Christian Wilh. Ernst)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Dietrich (Christian Wilh. Ernst), auch Dietrici oder Dietricy, geschätzter deutscher Maler, geb. zu Weimar 30. Okt. 1712, erlernte die Anfangsgründe der Kunst bei seinem Vater und bildete sich später in Dresden unter dem Landschaftsmaler A. Thiele. Dort erregte er bald Aufmerksamkeit und fand an dem Grafen Brühl einen Beschützer. In — 30. Jahre bereiste er auf königl. Kosten Italien. Vorzüglich enter, er in Rom und Venedig die niederländ. Meister, vor allen Rembrandt, Ostade und Poelenburg. In der Nachahmung des zuerstgenannten besonders leistete er Treffliches, wie er denn überhaupt ein eigenes Talent besaß, die Malweise anderer Meister wiederzugeben. Nach Lann Rückkehr nach Dresden wurde er Hofmaler, dann Professor an der Akademie. Am selbständigsten und fruchtbarsten erscheint seine Thätigkeit im Fache der Landschaft. D. ging von der franz.⸗theatralischen Manier seiner Zeitgenossen ab und bestrebte sich, den Geschmack auf die realistische Richtung der Niederländer zurückzulenken, blieb indes ebenfalls nicht frei von Manier. Außer seinen Gemälden hat er elief eine beträchtliche Anzahl radierter Blätter geliefert. Er starb zu Dresden 24. April 1774. Dresden besitzt von seinen Arbeiten die reichhaltigste Sammlung an Gemälden (34) und an Handzeichnungen mehrere hundert. Seine nachgelassenen Kupferplatten, 82 an der Zahl, wurden von seinen Erben herausgegeben. Eine Anzahl seiner Handzeichnungen etc. gab Ch. Otto (Lpz. 1810) in reidemanier auf Stein heraus. Wille, Darnstedt, A. Zingg, Weirotter, Levasseur und viele andere haben nach ihm gestochen. Vgl. Linck, cMonographie der von D. radierten, 90 abten und in Holz geschnittenen malerischen Vorstellungen (Berl. 1846).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 336Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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