FeedMeerut (nach engl. Schreibart)
ErdkundeBrockhaus 1882

Meerut (nach engl. Schreibart), richtiger Mirat, im Mittelalter unter dem Namen Mirtha vorkommend, die Hauptstadt einer Division und eines Distrikts der Nordwestprovinzen des Indobritischen Reichs, zwischen dem Ganges und der Dschamna an einem Arme des Kalinaddi gelegen, wird von einer weiten, aber verfallenen Mauer umgeben und ist schlecht gebaut, mit engen, schmutzigen Gassen und wenigen ansehnlichen Moscheen und Pagoden, den Zeugen einer frühern Glanzperiode. Das schönste Gebäude ist die engl. Kirche, eine der größten in Indien: M. zählt (1881) 99 565 E. und hat Wichtigkeit als eine der größern Militärstationen von Britisch-Indien, wo gegenwärtig 5735 Mann engl. und 3900 Mann eingeborene Truppen garnisonieren. In der Geschichte wird M. zuerst 1018 genannt, wo es als die reiche Hauptstadt eines bedeutenden Hindureichs vom Sultan Mahmud von Ghasna gebrandschatzt wurde. Timur zerstörte es 1399 völlig. Auch von Nadir Schah 1738 und später von den Maharatten wurde es arg mitgenommen. Am 8. Nov. 1804 besetzten es die Briten unter Lake, die es später zu einer Hauptstation der engl. Truppen erkoren. Die Schreckensscenen des Aufstandes der Sipahis begannen hier 10. Mai 1857. Der Distrikt Meerut zählt auf 6112 qkm 1276104 E. — Die Provinz Meerut, welche in die Distrikte M., Saharanpur, Mozaffarnagger, Bulandscheher, Dehra Dun und Alligarh zerfält hat auf 28828 qkm 4 977 173 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 575Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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