Mehemed-Rüschdi 3 815 mit dem Beinamen Müterdschim, d. h. der übersetzer, türk. Staatsmann, geb. 1809 in Konstantinopel, wurde 1843 zum Muschir und Befehlshaber der hauptsächlich von ihm organisierten Reserve ernannt, war 1853 Kriegsminister und 1855 zum ersten mal Großvezier. Weil er den Fortschritt nur in organischer, nicht überstürzter Weise wollte, so galt er als das Haupt der alttürk. Partei; in allen von ihm bekleideten hohen Amtern hat er sich als geradsinniger, rechtschaffener Mann bewiesen. Im Mai 1876 berief der Sultan Abd-ul-Asis, durch einen gegen ihn selber und seinen russisch gesinnten Großvezier Mahmud-Nedim gerichteten Aufstand bedroht, M. an die Spitze der Regierung, welcher die Stellung annahm, aber mit dem Kriegsminister Hussein-Awni Pascha und Midhat Pascha alsbald die Entsetzung des halb wahnsinnigen Sultans ins Werk setzte. Bei dem bald darauf erfolgten gewaltsamen Tode des Abd-ul-Asis war er unbeteiligt. Er blieb Großvezier unter dem Nachfolger Abd-ul-Asis', Murad V., welcher rasch wieder beseitigt wurde, und während der ersten Regierungszeit Abd-ul-Hamids II., bis der russ. Krieg neue Personen in den Vordergrund brachte. Seitdem ist M. nicht mehr erwähnt worden.