Mel (lat.), Honig. Mel, Pfarrdorf in der ital. Provinz Belluno, links an der Piave, 15 Km im SW. von Belluno, mit einer alten Ringmauer, zählt (1881) als Gemeinde 6999 E., welche Seiden⸗ und Viehzucht treiben. Die Kirche hat schöne Gemälde von Tizian. Mela (Pomponius), röm. Geograph, aus Spanien gebürtig, lebte um die Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. und schrieb unter Kaiser Claudius oder Caligula ein geogr. Kompendium De chorographiav, reichhaltig und in kerniger, aber gezierter Sprache. Neuere Ausgaben lieferten Tzschucke (7 Bde., Lpz. 1807), Titze (Linz 1804), Weichert (Lpz. 1816), Parthey (Berl. 1867), Frick (Lpz. 1880), eine deutsche Übersetzung Dietze (Gieß. 1774). Vgl. Fink, Pomponius M. und seine Geographiev (Rosenheim 1881). Melae (Graf von), franz. Maréchal de Camp, wurde 1689 von Ludwig XIV. mit Verwüstung der Pfalz beauftragt und vollzog dies mit barbarischer Strenge, indem er Heidelberg, Mannheim und viele andere Städte verbrennen ließ. Im Spanischen Erbfolgekrieg mußte er 1702 Landau an den Markgrafen von Baden übergeben und fiel 11. Sept. 1709 bei Malplaquet. Melaleuca L., Pflanzengattung aus der Familie der Myrtaceen. Man kennt gegen 100 Arten, die alle der austral. Flora und der des Indischen Archipels angehören. Es sind Bäume oder Sträucher mit immergrünen, meist aromatisch riechenden Blättern und langen, ährenartigen Inflorescenzen, in denen die schön gefärbten Blüten dicht gedrängt sitzen. Die letztern bestehen aus einem meist glockenförmigen Kelche mit fünfzipfeligem Rande, fünf Blumenblättern, zahlreichen Staubgefäßen, die zu fünf Gruppen vereinigt sind, und einem halbunterständigen Fruchtknoten, dem ein fadenförmiger Griffel aufsitzt. Die Achsen der Blütenstände wachsen nach der Blüte weiter, und da die kapselartigen Früchte, einige Jahre hindurch, an denselben üehen bleiben, so sitzen später die ährenförmigen Fruchtstände an dem mittlern Teile der Zweige. Viele Arten dieser Gattung sind wegen ihrer schönen Blüten beliebte Gewächshauspflanzen, so vor allem M. fulgens E. Br. Aus den Früchten und den Blättern einiger anderer Arten wird in den Heimatländern derselben ein ätherisches Öl, das sog. Cajeputöl (s. d.), durch Destillation gewonnen. Es sind dies insbesondere die auf den Inseln des Indischen Archipels vorkommenden M. Leucadendron DC., M. minor Sm. und M. Cajeputi Roæcb., die Blätter und Früchte derselben haben einen stark aromatischen Geruch und zusammenziehenden Geschmack. Melampus, Sohn des Amythaon, Bruder des Bias, wird in der griech. Mythologie als Seher und Arzt gefeiert. Ein Paar Schlangen sollen ihm einst, während er schlief, seine Ohren ausgeleckt haben, worauf er die Sprache der Tiere verstand und weissagen konnte. Als sein Bruder Bias die Pero, Tochter des Neleus, Königs von Pylos, nur dann zur Gattin bekommen sollte, wenn er die Rinderherde des Iphiklos als Brautgabe bringe, versuchte M., die Rinder zu rauben, wurde aber ergriffen und ins Gefängnis geworfen. Hier vernahm er von den Holzwürmern, daß das Gefängnis bald einstürzen werde, und bat, daß man ihn herausbringe. Kaum war er heraus, so stürzte es zusammen. Als nun Phylakos, der Vater des Iphiklos, von dem so als Seher erkannten M. erfuhr, wie sein Sohn zur Nachkommenschaft gelangen könne, erhielt M. die Rinderherde und gewann so für seinen Bruder die Tochter des Neleus. Später heiratete M. eine der Töchter des Prötos, Königs von Argos, welche er von schlimmer Raserei befreit hatte, und erhielt mit ihr ein Dritteil des Königreichs. Zu Aigosthena, einem Flecken in Megaris, hatte er ein Heiligtum mit seiner Bildsäule. Vgl. Eckermann, M. und sein Geschlechte (Gött. 1840). Melampyrin, s. Duleit. Melaena (grch.), Morbus niger Hippocratis, das Blutbrechen; M. neonatorum, das Blutbrechen der Neugeborenen. Melaena, alter Name der Insel Curzola (s. d.). Melanämie (grch., von αe, schwarz, und Blut), eigentümlicher Krankheitszustand, bei welchem sich mikroskopisch kleine schwarze unregelmäßige rundliche Pigmentmoleküle oder größere Pigmentklümpchen im Blute, sowie in gewissen Organen angehäuft vorfinden; namentlich in Milz und Leber, in Nieren und Lungen, sowie in der Hirnrinde findet sich das schwarze Pigment, welches aus dem Blutfarbstoff infolge eines massenhaften Zerfalls der roten Blutkörperchen hervorgeht, und bewirkt eine auffallende grauschwärzliche Verfärbung dieser Organe; auch die Haut und die sichtbaren Schleimhäute nehmen in schweren Fällen ein eigentümliches aschgraues Aussehen an. Die M. ist keine selbständige Krankheit, sondern fast immer ein Folgezustand schwerer sog. perniciöser Wechselfieber und verläuft nicht selten ohne erhebliche Funktionsstörungen; mitunter tritt aber auch unter schweren Gehirnsymptomen (heftigem Kopfschmerz, Schwindel, Delirien, Konvulsionen, Bewußtlosigkeit) schneller Tod ein, wahrscheinlich durch die Verstopfung der kleinen Gehirngefäße mit Pigmentschollen bedingt. In andern Fällen kommt es zu Eiweißharnen, Blutharnen, selbst völliger Unterdrückung der Nierenthätigkeit, zu erschöpfenden Darmblutungen und Durchfällen, zu akuter Bauchwassersucht und andern schweren Störungen, denen der Kranke nach längerm oder kürzerm Krankenlager erliegt. Die Behandlung erfordert zunächst die Beseitigung vorhandener Wechselfieber durch Chinin oder Arsenik, leichtverdauliche kräftigende Diät und längern Gebrauch der Eisenpräparate; die entstandene graue Verfärbung der Haut bleibt meist während des ganzen Lebens bestehen. Melancholie (grch. psAVVhi, eigentlich Schwarzgalligkeit) ist Schwermut, eine Form von Geistesstörung. In leichtern Fällen tritt nur eine «objektloser traurige, beziehungsweise ängstliche Verstimmung hervor, häufig gepaart mit einem Druckgefühl in der Herzgegend (Präcordialangst). Bei höhern Graden treten krankhafte Gedanken hinzu (emelancholischeo Wahnideen, Selbstanklagen ohne Grund u. s. w.), Hallucinationen, welche den Kranken schreckliche Bestrafungen vorspiegeln u. s. w. (S. Geisteskrankheiten.) Die Schwermütigen sind äußerlich entweder ruhig, regungslos in ihren Seelenschmerz versunken, unfähig sich zu selbständigem Handeln aufzuraffen (Melancholia passiva), oder sie sind heftig erregt, schreien laut, schlagen sich u. s. w. (Melancholia activa). Dabei können sich Angst und Seelenschmerz so hoch steigern, daß die Kranken um jeden Preis sich davon zu befreien suchen und so zu oft gräßlichen Gewaltthaten gegen sich und andere schreiten. Bei jeder hochgradigen M. liegt die Gefahr nahe, daß der Kranke durch Selbstmord endet. Dementsprechend sind vor allem hiergegen Vorsichtsmaßregeln zu ergreifen. Die unkomplizierte M. ist, abgesehen hiervon, eine der leichtesten Geisteskrankheiten und meist heilbar.