Melchthal heißen zwei Thäler im schweiz. Kanton Obwalden: Das Große Melchthalliegtwestlich vom Engelbergerthal (s. d.), von welchem es durch die schroffe Kaltkette des Wild-Geisbergs (2655 m) geschieden wird, und erstreckt sich circa 20 Km lang vom Graustock (2663 m) an der Grenze von Obwalden, Nidwalden und Bern bis zum Ranfttobel, 4 Km südöstlich von Sarnen, in welchem Nikolaus von der Flüe 1467—87 als Einsiedler lebte. Im untern Teile eng, schluchtartig eingeschnitten und dicht bewaldet, ist das Thal in der mittlern Stufe, wo das Dorf M. 894 m über dem Meere auf der rechten Thalseite, am Fuße des Widderfeldes (2354 m) liegt, ein liebliches Alpenthal mit schönen Bergweiden, Ahorngruppen und Waldungen. Die oberste Thalstufe bilden die Melchseealpen, ein ausgedehntes, wellenförmiges Weideplateau, dessen Nordrand, der zerklüftete und zerfressene Kalkstock der Schratten, steil zum eigentlichen M. abfällt. Das Thalwasser, die Große Melchaa, die bei Sarnen in die Sarnerga mündet, entspringt im Melchsee (1880 m), dessen Abfluß sich mit 20 mehohem Sturz in das Stäubiloch ergießt und erst 700 metiefer, 3 km nördlicher als breiter, wilder Bach wieder zu Tage tritt. Mit Sarnen und Kerns ist das Thal durch eine Fahrstraße, mit dem Engelbergerthale durch die Bergpfade über die Storegg (1740 m) und das Juchli (2170 m) verbunden. Im M. soll der Sage nach Arnold an der Halden, genannt Arnold von Melchthal, einer der Stifter des Schweizerbundes, gelebt haben. Das Kleine Melchthal, westlich von dem Großen gelegen, von demselben durch die Kette des Hohenstollens (2484 m) getrennt, von der Kleinen