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GeschichteBrockhaus 1882

Melchisedek (hebr., d. h. König der Gerechtigkeit) erscheint 1 Mos. 14 als Priesterkönig von Salem (Jerusalem), dem Abraham den Zehnten dargebracht habe und von dem er sich habe segnen lassen. Geiger vermutet, daß der Abschnitt über M. erst aus der nachexilischen Zeit stamme und auf eine ideale Schilderung des zadokitischen Priestergeschlechts abzwecke, das zur Zeit des zweiten Tempels die Juden theokratisch regierte. Im Hebräerbriefe wird vermöge allegor. Auslegung der alttestamentlichen Stelle M. als Typus auf Christum, den wahren Hohen Priester, betrachtet. Hierakas, ein Anhänger des Origenes im 3. Jahrh., deutete den M. allegorisch vom Heiligen Geiste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 599Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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