FeedMelilötus Juss.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Melilötus Juss., Honigklee, Steinklee, Melilote, Melote, Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen. Man kennt gegen zehn Arten, bis auf eine sämtlich in der nördl. gemäßigten Zone und in den subtropischen Gegenden der Alten Welt vorkommend. Es sind kraukartige einjährige oder zweijährige Gewächse mit dreizähligen Blättern und verschieden gefärbten, meist gelben oder weißen kleinen Blüten, die in lockern Trauben stehen. Die Hülsen sind rundlich und enthalten 1—3 Samen. Alle Arten haben einen starken eigentümlichen Geruch, der von ihrem Gehalt an Cumarin und einem öligen Körper, dem sog. Melilotol, herrührt. Die bekannteste Art ist der in Deutschland überall auf Schutt, Ackern, an Wegen u. s. w. wachsende gewöhnliche Steinklee oder Melilotenklee (M. okfficinalis L.); derselbe hat lockere, ziemlich lange, gelbe Blütentrauben und wird seines starken Geruchs wegen zu verschiedenen Zwecken verwendet. Die ganzen Pflanzen legt man häufig zur Abwehr der Motten in Kleider und Pelzwerk; ferner ist das Kraut als Herba Meliloti offizinell und wird hauptsächlich zur Herstellung des sog. Melilotenpflasters (Emplastrum Meliloti) benutzt, bisweilen auch zu Umschlägen angewandt. Zu ähnlichen Zwecken dient auch das Kraut des ebenfalls in Deutschland häufigen weißen Steinklees (M. vulgaris W.), der sich vom vorigen durch seine weißen Blüten unterscheidet. Eine andere Art, die in Südeuropa und Nordafrika einheimisch, in Deutschland aber vielfach angebaut und verwildert ist, der sog. blaublumige Steinklee oder Schabziegerklee (N. caerulea Lam.), besitzt einen noch stärkern Geruch wie die beiden vorigen, sie wird in der Schweiz zur Herstellung des sog. grünen Kräuter⸗ oder Schabziegerkäses verwendet, weshalb sie auch den Namen Käseklee führt. Da der Geruch des Krautes je nach der Witterung bald stärker, bald schwächer ist, behauptete man 473 oft, daß derselbe siebenmal des Tages wechsele und nannte deshalb die Partern Siebengeruch oder Siebenzeit. Eine arietät von M. vulgaris ist M. leucantha Koch, der sog. Riesenklee oder Bokharaklee, der sonst als Futterkraut an Stelle der Luzerne für magern Boden empfohlen und viel angebaut wurde, aber den Erwartungen nicht entsprochen hat. Einige in Italien und Griechenland häufige Arten, wie N. cretica L. und M. italica Lam., waren schon den alten Ärzten bekannt und wurden von ihnen gegen verschiedene Krankheiten angewandt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 601Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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