FeedAhorn (Acer L.)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Ahorn (Acer L.), Name einer aus Bäumen und Sträuchern bestehenden Pflanzengattung, welche im Verein mit einigen andern exotischen Gattungen die Familie der Acerineen (s. d.) bildet und durch gegenständige, meist handförmig gelappte Blätter, in Trauben oder Trugdolden gestellte, gewöhnlich grünlichgelb gefärbte Blüten und doppelt geflügelte (mit zwei gegenständigen, häutigen Fortsähen versehene), zur Reifezeit in zwei einsamige Teile zerspaltende Früchte charakterisiert ist. In Deutschland sind namentlich drei Arten heimisch: der Bergahorn, weißer oder gemeiner A., A. pseudoplatanus L., mit großen, stumpflappigen Blättern und hängenden, nach dem Laubausbruch sich entwickelnden Blütentrauben. (S. Tafel: Laubhr Waldbäume IJ. Fig. 1. Die weitern iguren bedeuten: 2. und 3. Fruchtbare Zwitterlüten, letztere nach Hinwegnahme der Kelch⸗ und Kronenblätter. 4. Männliche Blüte. 5. Querdurchschnitt des Fruchtknotens. 6. Flügelfrucht. 7. Teil derselben in natürlicher Größe, links geöffnet, mit darinliegendem Samen. 8. Der herausgeschälte Keimling. 9. Querdurchschnittener Same in der Richtung a b der sper 8. 10. Triebspitze im Winterzustand mit Knospen. 11. Keimpflanze mit entwickelten Kotyledonen k, k und ersten Blättern.) Der Spitzahorn, A. platanoides L., mit großen, spitzlappigen Blättern und in aufrechten Trugdolden tehenden, vor dem Laubausbruch erscheinenden lüten; und der Feldah orn oder Maßholder, A. campestre E., mit kleinen, stumpflappigen Blättern und aufrechten Doldentrauben, welche zugleich mit den Blättern hervorkommen. Die beiden ersten Arten 9 e bri zu Bäumen von 20 — 30 m Höhe, während die dritte am Wun strauchartig vorkommt und als Baum nur selten über 15 m hoch wird. Der Bergahorn bewohnt namentlich die Gebirge des mittlern und südlichen Europa, er steigt im Harz, im Erzgebirge bis 600 m, in den Bayrischen Alpen bis 1500 müber dem Meere. Der Spitzaber gehört mehr dem nördl. Europa an, bleibt aber hinter dem Bergahorn Emigon der vertikalen Verbreitung etwas zurück, im Norden gedeiht er vortrefflich, selbst in morastigen Niederungen (3. B. russ. Ostseeprovinzen). Der ebenfalls weit verbreitete Feldahorn ist eine Holzart der Ebene oder des Hügellandes; er steigt in Südbayern z. B. nur bis 700, höchstens 800 m, den eigentlichen Alpen fehlt er ganz. Alle drei A. sind wegen ihres festen, gelblichweißen Holzes von Tischlern, Drechslern, Instrumentenmachern, Schnitzern u. a. sehr geschätzt; namentlich ist das oft sehr schön gemaserte, braun geflammte Holz des Feldahorn für musikali —4 Instrumente sehr gesucht. Forstlich sind die A. deshalb von Bedeutung, bilden aber nirgends mn Derreine Bestände, sondern kommen nur in Vermischung mit andern Holzarten vor. Aben Fähigkeit, sehr kräftige Stockausschläge zu treiben, macht sie sehr geeignet für Nieder⸗ und Mittelwald, namentlich den Feldahorn, welcher überdies vorzüglich den Heckenschnitt verträgt. — In deutschen Gärten und Promenadenanlagen werden verschiedene ausländische Arten als Zierbäume kultiviert, z. B. A. striatum L. aus Nordamerika wegen seiner schön weißgestreiften Rinde; der südeuropäische A. monspessulanum L. mit stumpf dreilappigen Blättern; der russische A. tataricum L. mit ganzen Blättern, welcher sich durch klimatische Unempfindlichkeit auszeichnet; der mit gefiederten Blättern versehene nifolium Nult.) aus Nordamerika, welcher Art meist die in Gärten häufig vorkommenden Varietäten mit weißgelben oder weiß gescheckten Blättern angehören; der westamerikanische A. davycarpum Eherhi, welcher in seiner Heimat am Ohio rasch zu riesigen Bäumen erwächst, bei uns sich vorzüglich zu Alleen eignet und auch forstliche Beachtung verdient; der ihm nahe verwandte, aber nicht so hoch werdende amerikanische A. rubrum L.; endlich der ebenfalls nordamerik. Zuckerahorn, A. saccharinum PWangh. (nigrum Mich.), welcher dem Spitzahorn s * nahe steht, aus dessen Saft in den Hinterländern Nordamerikas Zucker gewonnen wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 270Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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