FeedMelone (Cucumis Melo L.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Melone (Cucumis Melo L.), nach der griech. Insel Melos benannt, ist eine zur Gattung Gurke gehörige einjährige, kürbisartige Gartenfrucht von einem eigentümlich angenehmen Geruche und gewürzhaft-süßen Geschmack. Ursprünglich ist sie im mittlern und südl. Asien einheimisch, wird aber jetzt in allen Weltteilen kultiviert und kommt in heißen und trockenen Sommern auch in Deutschland im Freien zur Reife. Gewöhnlich wird sie bei uns in Mistbeeten gezogen. Zur Vermehrung wählt man die schönsten und schwersten Samen aus, welche, um recht fruchtbare Pflanzen zu geben, wenigstens vier 0 900 alt sein müssen. Die M. ist sehr empfindlich gegen Kälte, Nebel, Regen und stockende Luft; ihre Kultur erfordert daher große Sorgfalt. Sie unterscheidet sich von andern Arten ihrer Gattung durch die abgerundeten Lappen der Blätter; ihre Blüten sind übrigens ebenfalls einhäufig und gelb. Man hat eine große Menge von Sorten, hauptsächlich aber unterscheidet man Kantalupen (von dem päpstl. Landgute Cantaluppi, wohin diese Form aus Armenien zuerst eingeführt worden sein soll) mit warzigen Früchten, welche zwar dicke Schalen haben, deren Fleisch aber für das feinste gehalten wird; ferner Netzmelonen, deren Früchte eine netzartige zerrissene Schale haben und früher reifen als jene; endlich geriefte Melonen, deren Früchte außen zwölf senkrechte Furchen zeigen, zwischen denen das Fleisch sich erhebt. Auch gibt es ganz glatte Früchte; die Farbe der Früchte ändert in Grün, Gelb und Weiß ab. Das schmackhafte Fleisch der Frucht ist in allen Weltteilen sehr beliebt und wird besonders in wärmern Gegenden wegen seiner erfrischenden und kühlenden Eigenschaften allgemein gegessen. Man genießt es für sich oder mit Zucker oder am zweckmäßigsten mit etwas Pfeffer oder Ingwer. (S. Tafel: Cucurbitaceen, Fig. 2.) Die Wassermelone (Citrullus edulis Sy.) hat ein sehr saftiges und wässeriges Fleisch und übrigens gleiche Eigenschaften wie die vorige, unterscheidet sich durch die buchtig-fiederspaltigen Lappen der tiefgeteilten, fast seegrünen Blätter und kleinere grünlichweiße Blüten. Sie ist ursprünglich gleichfalls im südl. Asien einheimisch, wird jetzt aber überall, wo nur das entsprechende Klima sich findet, in Menge kultiviert. Die Früchte sind kugelig, glatt, sehr groß und enthalten unter der schwarzgrünen Schale ein rotes oder auch blässeres, bisweilen gelbes Fleisch und rote oder schwarze Samen. In den im Sommer regenlosen oder doch ziemlich trockenen Ländern, z. B. in Persien, Südrußland, Ungarn, Südeuropa, Südafrika, Chile und Australien, wo sie sehr gut gedeiht, wird sie von allen Volksklassen in Menge genossen. In Deutschland gedeiht sie im Freien nicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 605Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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