Meli (Giovanni), der berühmteste sicil. Dichter, geb. 4. März 1740 zu Palermo, wurde in den dortigen Jesuitenschulen erzogen und studierte Medizin, Botanik und Chemie, welche letztere er auch an der Universität zu Palermo öffentlich lehrte. Die schönsten seiner Lieder sind von einer griech.Anmut und Heiterkeit beseelt und erinnern an die Schöpfungen des Anakreon und Theokrit. Weniger glücklich als in seinen Oden, Canzonen, Sonetten und bukolischen Gedichten war er in den epischen Dichtungen „La fata galanten, L'origine del mondo und dem heroisch-komischen Don Chisciottev, einer Bearbeitung und Fortsetzung des span. Originals des Cervantes. Er schrieb auch Satiren und moralische Fabeln voll Humors und geistreichen Witzes. Nach dem Muster von Redis „Bacchus in Toscanav dichtete er seinen Ditirammuo eine Posse von unerschöpflich genialer Laune und mimischer Kraft. Eine Auswahl seiner Lieder istvon Gregorovius trefflich ins Deutsche übersetzt worden (pz. 1856). M. starb 20. Dez. 1815zu Palermo. Eine Sammlung seiner naturwissenschaftlichen Arbeiten erschien unter dem Titel «Varii opuscolis (Palermo 1837), eine Gesamtausgabe in 8 Bänden (Palermo 1830—39; 4. Aufl. 1857) und eine Sammlung seiner Gedichte als Poesie sicilianed (4 Bde., Palermo 1859). In das Italienische wurden seine Gedichte übersetzt von Giulio Gazzino (2 Bde., Turin 1858).