Memphis (ägypt. Mennufer) war die älteste Hauptstadt von Unterägypten, deren Ruinen jetzt bei dem Dorfe Mitrahineh, mehrere Stunden südlich von Kairo, auf dem westl. Nilufer zu sehen sind. Die Stadt wurde nach Manethös und Herodot bereits von dem ersten geschichtlichen Könige Agyptens, Menes, gegründet und zu seiner Residenz erhoben. Seit dieser Zeit blieb sie die erste Stadt des Reichs, bis gegen Ende des alten Reichs in der 12. Dynastie sich Theben ihr zur Seite stellte, welches in der ersten Hälfte des neuen Reichs während der großen thebanischen Dynastien M. an Macht und Pracht sogar überstrahlte. In späterer Zeit wurde der Königssitz zuweilen wieder nach M. zurückverlegt, bis er schließlich definitiv auf Alexandria überging. Die größten Phargonen, auch die der thebanischen Dynastien, wetteiferten, den Glanz von M. durch prächtige Bauwerke zu erhöhen, namentlich durch stattliche Erweiterungen des Haupttempels, der bereits von Menes selbst gegründet und dem Ptah oder Hephästos geweiht war. Nach diesem Lokal-Hi der Stadt wurde diese auch mit dem sog. heiigen Namen «Haus des Ptahr genannt; ihren spätern Namen Mennufer hat sie wahrscheinlich von der unmittelbar neben ihr liegenden gleichnamigen Pyramide des Königs Pepi erhalten. Jetzt sind nur noch unförmliche Schutthügel auf der Stelle des alten M. zu sehen und kaum noch der Umfang des Ptahtempels und der Königsburg zu erkennen. Auch die an verschiedenen Punkten durch Mariette auf Kosten der ägypt. Regierung angestellten Ausgrabungen waren nicht umfangreich genug, um erhebliche Resultate zu gewähren. Die großartigsten Zeugen der uralten Pracht und Bedeutung von M. sind aber die Pyramiden, die 1851 aufgefundenen Apiskatakomben und unzählige Privatgräber, die sich am Saume der Libyschen Wüste von Abu-Roasch, Kairo gegenüber, bis zum Fayüm hinaufziehen. Pläne der Ruinen von M. und den zugehörigen Nekropolen enthalten Lepsius' «Denkmäler aus Agypten » (Abteil. 1, Bl. 9—50).