Menabrea (Luigi Federigo, Graf), namhafter ital. General und Staatsmann, geb. 4. Sept. 1809 zu Chambery, studierte in Turin Mathematik, trat in das sardin. Ingenieurkorps und wurde bald darauf Professor an der Militärakademie, der Applikationsschule der Artillerie und an der Universität zu Turin. Sein bedeutendstes Werk aus dieser Zeit trägt den Titel Etudes sur la série de Lagrange (Tur. 1844—47). Er arbeitete seit! 1848 im Kriegsministerium und im Ministerium des Äußern, bis er beim Ausbruch des ital. Kriegs von 1859 zum Chef des Generalstabes der Armee und zum Chef des Geniewesens ernannt wurde. In dieser Stellung leitete er die Einschließung von Peschiera und nahm an den Schlachten von Palestro und Solferino teil. Vom König Victor Emanuel zum Senator erhoben, wurde er sodann mit der Ausführung der Befestigungsarbeiten von Bologna, Piacenza und Pavia betraut und bald darauf zum Generallieutenant ernannt. Er leitete die militärischen Operationen zu Ancona, zu Capua und die Belagerungsarbeiten vor Gaéta; nach libergabe des Platzes wurde er zum Präsidenten des Geniekomitees ernannt. Im J. 1861 berief ihn Ricasoli als Marineminister in sein Kabinett, auf welchem Posten er sich hauptsächlich mit den großartigen Hafen-und Arsenalbauten von Spezia beschäftigte. Im. Aug. 1866 ging M. als ital. Bevollmachtigter nach Deutschland, um den Frieden zu Prag mit zu unterzeichnen. Als im Herbst 1867 das Kabinett Rattazzi seine Entlassung einreichte, übernahm M. außer dem Präsidium im Kabinett auch noch das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten. Sein Ministerium dauerte unter großen Schwierigkeiten bis Nov. 1869. Im April 1876 wurde M. zum Botschafter in London, Ende 1882 zum Botschafter in Paris ernannt.