Mendoza, einer der westl. Staaten der Argentinischen Konföderation in Südamerika, im N. von San-Juan, im O. von San-Luis und den Territorien de la Pampa und de los Andes, im S. von dem Territorio del Rio Negro, im W. von der Republik Chile begrenzt, zählt (1882) auf 88193 qkm 99000 E. und zerfällt in 15 Departements. Der westl. Teil des Landes gehört dem Gebiete der Cordilleren an, deren westl. Kette die Grenze gegen Chile bildet, während die östl. Kette ganz in derselben liegt. Man gewinnt in diesem Gebiet Kupfer, Silber, auch Gold, wie im Süden der Stadt M. Asphalt, Steinkohle und Marmor. Der größte Teil des Landes ist Ebene, deren sandigen Boden Mimosen bedecken, der aber bei hinreichender Bewässerung reiche Ernten von Weizen, Mais und andern Feldfrüchten liefert. Der Rio de M. entspringt in der westl. Kette auf dem Tupungato und Aconcagua, durchbricht die östliche in einen engen Thale und verläuft sich an der Nordgrenze in die Laguna Guanacache. Mit der letztern hängt die Laguna Bebedero im Südosten durch den Desaguadero (Entwässerer) zusammen. Auf die künstliche Bewässerung wird bei dem trockenen Klima viel Mühe verwandt. M. ist der am besten kultivierte Staat von Argentina und wird die Kornkammer der Konföderation genannt. Neben dem Getreide gedeihen alle Fruchtbäume Europas, namentlich aber auch Wein, der ein ausgezeichnetes Gewächs liefert; zugleich ist die Viehzucht beträchtlich. Die Industrie ist wenig entwickelt, der Handel bei der Lage am Endpunkte der von Rosario am Paranä kommenden Eisenbahn von einiger Bedeutung. Das Land hat verschiedene berühmte Mineralbäder. Die merkwürdigsten sind die sog. Inkabäder (Banos de Inca). Diese befinden sich unter dem mit Tropfsteingebilden besäeten Bogen einer natürlichen Steinbrücke, welche der Rio de M. durch Aushöhlung der Kalksteinfelsen nicht weit von seinen eigentlichen Quellen gebrochen hat. Die Hauptquelle kocht ununterbrochen in kegelförmigen Auswürfen empor. Das Wasser, von 45 C. Wärme, hat einen schwefelartigen Geruch und empfiehlt sich namentlich gegen Hautkrankheiten. Die Hauptstadt Mendöza, in 777m Seehöhe gesund am Ostfuße des Schiefergebirges Sierra de Uspallata gelegen, durch Kanäle bewässert, die von einem Nebenfluß des 20 km entfernten Rio de M.abgeleitet sind, und von gut angebauten, auch einen dem Malaga ähnlichen Wein produzierenden Fluren umgeben, hat sich von den Folgen des großen Erdbebens 1861, durch welches sie in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde, ziemlich erholt, zählt (1876) 16 000 E. und ist von zahlreichen Landhäusern (Quinten) umgeben. Die Stadt hat 7 Kirchen, 10 Kapellen, +4 Klöster, eine öffentliche Bibliothek, ein Colleg, ein Hospital, ein bedeutendes Regierungsgebäude, ein Theater. Nach Osten führt eine Eisenbahn nach Villa Nueva und Rosario am Paranä; nach Chile im Westen der Cumbre-Paß (s.d.) und der 3967 m hohe Portillo de los Pinquenes. Mendoza (Don Diego Hurtado de), klassischer span. Schriftsteller und berühmter Staatsmann, Urenkel des berühmten Marquis de Santillana (s. d.), wurde zu Granada um 1503 geboren, erwarb sich eine umfassende gelehrte Bildung in seiner Vaterstadt, auf der Universität zu Salamanca und in Italien, nahm dort 1525 an der Schlacht von Pavia teil, fungierte 1537 als Gesandter Karls V. in England, 1538 in derselben Stellung in Venedig, 1545 als kaiserl. Bevollmächtigter auf der Tridentinischen Kirchenversammlung und wurde 1547 Botschafter am päpstl. Hof und Statthalter von Siena, Stellungen, in denen er bis 1554 eine Hauptstütze Karls V. in Italien war. Nach Karls V. Abdankung lebte er an Philipps II. Hofe in Madrid und zeitweise in Lissabon und auf seinen Gütern, bis er 1564 infolge eines Verstoßes gegen die Konvenienz verbannt, sich in Granada niederlassen mußte. Er starb zu Valladolid 1575. Seine Bibliothek ist jezt eine der Zierden des Escorial. Als Dichter trug er hauptsächlich mit dazu bei, den ital. Stil nach Spanien zu verpflanzen. In seinen durch Gedankenreichtum und kraftvollen Ausdruck sich auszeichnenden poetischen Episteln gab M. seinem Vaterlande das erste gute Muster für diese Gattung. Seinen Sonetten fehlen bei edelm Ausdruck Anmut und Wohllaut, und seine Canzonen sind oft dunkel und gesucht. Als Prosaiker wurde er schon als Student Begründer des Schelmenromans durch seinen ergötzlichen Roman (Vida de Lazarillo de Tormeso (Antw. 1555; beste Ausgaben Par. 1827, und im dritten Bande der «Biblioteca de autores espanoles o, Madr. 1846;, fortgesetzt von de Luna, Par. 1620; deutsch von Keil, Gotha 1810). Durch sein ausgezeichnetes Geschichtswerk &Guerra de Granada etc.v, welches erst 1627 in Lissabon in Druck kommen durfte, unverstümmelt aber zuerst zu Valencia (1776, sowie im 21. Bande der Biblioteca de autores espanolesd, Madr. 1852) erschien, erwarb er sich den Namen des span. Sallust. Seine poetischen Werke erschienen zusammen gedruckt Madr. 1610 (ed. Hidalgo, wieder abgedruckt auch im 32. Bde. der „Biblioteca de autores espanoleso) und neuerdings in guter kritischer Ausgabe von Knapp als «Obras poeticaso (Madr. 1877), eine Separatausgabe der satirischen und burlesken Gedichte gab Ginesta (Madr. 1876) heraus. Eine Gesamtausgabe seiner Werke begann Paso y Delgado (Granada 1864). Sein Bruder, Don Antonio Hurtado de M., war Vizekönig von Neuspanien und ließ das naturhistor. Werk „De las cosas naturales y maravillosas de nueva Espaüa erscheinen. — Ein anderer Don Antonio de M., geb. 1590, gest. 1644, war Geheimsekretär Philipps IV. und Rat der Inquisition. Man hat von ihm mehrere Komödien (im 45. Bde. der «Biblioteca de autores espanoleso) und einen Band lyrischer Gedichte (Lissab. 1690; neueste Ausg., Madr. 1849; Auszüge daraus im 16. und 42. Bde. der gleichen Bibliotheh).