Entre-Rios, Provinz der Argentinischen Konföderation in Südamerika, umfaßt den südl. und kleinern Teil des Landes Awisway den Flüssen Paranâ im W. und S. und Uruguay im O. (daher der Name), dessen nördl. Abschnitt Corrientes (s. d.) einnimmt. Die Provinz zerfällt in 14 Departements und zählt auf 66 974 qkm (1869) 134 271 E. (worunter 18300 Fremde), die sich von Landbau, hauptsächlich aber von Viehzucht nähren. Die Nordgrenze gegen Corrientes bilden der Espinilla, ein Zufluß des Paranä, und der Mocoretäa, der sich in den Uruguay ergießt, unter etwa 30½ südl. Br. Die beiden Hauptflüsse gestalten im Süden ein weitverzweigtes Delta, das an den von ihnen gebildeten Rio de la Plata stößt. Unter den zahlreichen Neben- und Zuflüssen ist der größte der Gualeguay, welcher von N. gegen S. fließt, in den Pabon, einen Arm des Parana, fällt und das Land fast Lanane In der östl. Hälfte ergießt sich der Gualeguaychu in den Uruguay. Die Bodenerhebungen, welche das im ganzen flache Land als Hügelreihen (Cuchillas) durchziehen, übersteigen nirgends die Höhe von 80 m. Im nordwestl. Teile dehnt sich eine zumeist von Mimosenbäumen gebildete Wäldermasse aus, die sog. Selva de Montiel, für welche es charakteristisch, daß die Bäume nur selten höher als 10 mehoch wachsen; doch sind auch Palmen reichlich vertreten. Die sehr reichliche Bewässerung, der vortreffliche Ackerboden, die ganz außerordentlich fetten Weiden, das milde und gesunde Klima machen das Land in gleicher Weise für einen ausgedehnten Betrieb der Viehwirtschaft wie für den Ackerbau geeignet, und neben den Erzeugnissen des gemäßigten Himmelsstrichs gedeihen ugleich auch manche tropische Produkte. Alles dies sowie die für den Verkehr höchst günstige Lage, die zahlreichen Wasserstraßen und der natürliche Schutz, den die großen Grenzströme gegen die Einfälle der Indianer gewähren, versprechen dem Lande bei stärkerer Bevölkerung und gewonnener Sicherheit des Eigentums die hervorragendste Wichtigkeit in dem argentin. Staatenbaue, in welchem es denn auch jetzt schon die meisten Fortschritte gemacht hat und die ackerbautreibenden Kolonien von Deutschen, Schweizern und Deutsch-Russen, im ganzen mit 4000 C., gedeihen; 164 km Eisenbahnen sind hergestellt. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind Häute, Hörner, Talg und Fleisch. Hauptstadt ist Concepcion del Uruguay (s. d.), ehemals Bajada del Parana (s. d.), wichtigster Handelsplatz die 1780 gegründete Stadt Gualeguaychu am Rio Gualeguaychü, im NW. von Fray Ventos, 20 km vom Uruguay. Sie zählt 9776, mit der Umgegend 16000 C., hat den wichtigsten Flußhafen der Provinz, eine Kirche, ein Schulhaus, ein Theater, ein Militär⸗ und ein Civilhospital.