Mersljakow (Alexei Fedorowitsch), russ. Dichter und Kritiker der sentimentalen Schule im Anfange des 19. Jahrh., geb. 1778 zu Dalmatow im Permschen Gouvernement, studierte in Moskau, erhielt hier den Lehrstuhl der Redekunst und Poesie, ward 1807 zum außerord. und 1808 zum ord. Professor ernannt, was er bis 1830, seinem Todesjahre, blieb. Unter seinen litterarischen Arbeiten sind außer übersetzungen, wie der von den Idyllen der Madame Deshoulieres (1807), der CEklogen Virgils (1807), von Tassos „Befreitem Jerusalemv (2 Tle., Mosk. 1828) und den Nachahmungen und übersetzungen aus griech. und lat. Dichtern (Mosk. 1825), besonders die Rede über den Geist der alten Poesie und deren Einfluß auf die Bildung der Völkero und der Kurze Abriß der Theorie der schönen Litteraturo (im Sinne der sog. pseudoklassischen Schule, 2 Bde., Mosk. 1821—22) hervorzuheben. Unter seinen eigenen poetischen Erzeugnissen nehmen die Russ. Lieder» durch ihre Einfachheit und ihren ungekünstelten innigen Ton die erste Stelle ein. Die letzte Ausgabe seiner poetischen Werke erschien in zwei Bänden zu Moskau 1867.