FeedMeytens (Martin van)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Meytens (Martin van), Porträtmaler, geb. zu Stockholm 1695, stammte aus einer altniederländ. Malerfamilie im Haag, lernte in Paris 1717 bei seinem Landsmann Ch. Boit, einem beliebten Emailmaler, in dessen Technik er auch anfangs sich ausschließlich versuchte. Erst später ging er zur Olmalerei über, als er 1724 in Rom durch die dortigen großen Vorbilder angeregt wurde. In England stand er im Gefolge König Georgs I. Seit 1731 blieb er mit kurzer Unterbrechung in Wien und wurde 1732 kaiserl. Kammermaler, 1739 Direktor der wiener Akademie. In seinen Porträts wußte er das prachtvolle Kostüm und die ceremonielle Vornehmheit jener Epoche im Geiste eines Rigaud und verwandter franz. Meister mit außerord. Wirkung wiederzugeben. Zu seinen besten Gemälden gehören: Maria Theresia, in prachtvollem Rosaspitzenkleide zu Schönbrunn; dieselbe, Kniestück, 1759 für die Akademie gemalt; dieselbe, lebensgroß, mit dem Prinzen Joseph, 1744 für den wiener Magistrat; Selbstporträt, im Belvedere; Kaiser Franz l. im Schottenstift zu Wien; die kaiserl. Familie, die des Fürsten Liechtenstein; Friedrich I. von Schweden; ein Konzert (Porträts des Malers und seiner Freunde u. s. w.). Haid, Kilian, Doulleé u. a. stachen nach ihm. M. starb zu Wien 23. März 1770.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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