Millais (John Everett), ausgezeichneter engl. Maler, geb. 8. Juni 1829 in Southampton, besuchte die Kunstschule der königl. Akademie, stellte in der Akademie von 1846 sein erstes Gemälde: Gefangennahme des Inka von Peru durch Pizarro, aus und erlangte 1848 Aufnahme in der British-⸗Institution. Unbefriedigt durch den vorzugsweise auf dem Studium der Antike beruhenden Lehrkursus der königl. Akademie, suchte M. in Gemeinschaft mit Holman Hunt und Dante Gabriel Rossetti nach der Verwirklichung eines neuen künstlerischen Ideals, das seinen Inhalt aus der Anschauung der Natur schöpfen sollte und unter dem Namen des Prä-Rafaelitismus bekannt wurde. Besonders charakteristisch für diesen Wendepunkt in der Entwickelung M.' waren die Bilder: unser Erlöser, Ferdinand von Ariel gelockt, der Hugenotte und Ophelia. Im J. 1853 wurde M. zum Associate der Akademie gewählt, 1863 zum königl. Akademiker. Seitdem hat er seine Stellung als unbestrittener Führer der naturalistischen Richtung der engl. Malerschule behauptet. Zu seinen vielfach auch durch Kupferstiche bekannt gewordenen Werken gehören: der verbannte Royalist, Herbstblätter, der Ketzer, der schwarze Braunschweiger, Abzug der Römer aus Britannien, Jephtha, Pilger nach der Paulskirche, Vanessa, Josua im Kampfe mit Amalek, Lallah Rooth, die Nordwestpassage, verbotene Frucht, die Prinzen im Tower, St. Martins Sommer u. s. w. Auch in der Landschaft und im Porträt hat M. Ausgezeichnetes geleistet.