FeedMilosch Obrenowitsch
GeschichteBrockhaus 1882

Milosch Obrenowitsch, Fürst von Serbien und Begründer der Selbständigkeit Serbiens, geb. 1773 zu Dobrinja, war in seiner Jugend Landmann, später diente er bei seinem ältern Bruder Milan, welcher nach der Volkserhebung 1804 die Würde eines Wojwoden bekleidete. In dem Befreiungskriege kämpfte M. tapfer mit, blieb, als Karageorg nach Ungarn floh, im Lande und kapitulierte mit den Türken, welche ihm das Knesenamt verliehen. Am Palmsonntage 1815 nahm M. den Befreiungskampf gegen die Türken wieder auf und führte ihn mit solchem Erfolg, daß die Türken gezwungen waren, eine Autonomieverwaltung den Serben zu geben, worauf im Nov. 1817 eine Nationalversammlung M. zum Landesoberhaupt erwählte. Eine 1827 zu Kragujewatz tagende Nationalversammlung wählte M. zum Fürsten von Serbien, 1834 bestätigte ihn die Pforte in dieser Würde und verlieh zugleich dem Volke eine Konstitution. M. regierte aber despotisch und wurde deshalb 1839 zur Abdankung gezwungen zu Gunsten seines Sohnes Milan. Nach dessen Tod bestieg den Thron der jüngere Sohn M.s, Michael, welcher aber 1842 Alerander wurde, das Land zu verlassen, worauf Alexander bte N. euweite den Thron bestieg. Unterdes lebte M. zeitweise in Rumänien, wo er große Ländereien besaß, oder in Wien; als 1858 die Nationalversammlung den Fürsten Alexander entthronte, kehrte M. wieder zurück und hielt am 2. Febr. 1859 seinen 26. 805 Einzug in Belgrad, starb aber bald darauf 26. Sept. 1860.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 732Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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