Milan I., König von Serbien, der vierte Fürst aus der Dynastie der Obrenowitsch, geb. 22. Aug. 1854, wurde in Paris erzogen. Nach der Ermordung des Fürsten Michael erwählte ihn die nach Topschider einberufene große Nationalversammlung 2. Juli 1868 zum Fürsten von Serbien und setzte eine Regentschaft ein, welche bis zu seiner Volljährigkeit den Staat verwalten sollte; 22. Aug. 1872 übernahm er selbst die Regierung. Unter seiner Regierung erhielten alle Zweige der Staatsverwaltung eine neue Organisation, wobei auf das Kriegswesen das Augenmerk hauptsächlich gerichtet wurde. Durch den Krieg mit der Türkei (1876 — 77) erlangte Serbien die Unabhängigkeit und wurde das serbische Gebiet um 10000 akm mit über 300000 E. erweitert. Am 6. März 1882 wurde M. zum König von Serbien proklamiert.