Miß. . (altd. missi, engl. mis, frz. més, verwandt mit missen), deutsche Vorsilbe mit dem Grundbegriff des Trennens, Verletzens, Verfehlens, daher im Sinne von unrecht, falsch, verfehlt; es bezeichnet 1) eine Verschiedenheit, mangelnde übereinstimmung, besonders sofern sie fehlerhaft und widrig ist (z. B. mißhellig, mißfarbig, mißtönen), 2) Entfernung, Abwendung, Trennung, Verfehlung des Ziels, sinnverwandt mit ab, fehl (3. B. mißraten, Mißgriff); 3) Abweichung von der Regel, Unvollkommenheit, Versehen, Fehler (Mißgeburt, Mißgestalt, mißlaunig, mißbrauchen); 4) den Mangel oder die Abwesenheit des im Grundwort enthaltenen Begriffs, sinnverwandt mit un ent . ., nicht (3. B. Mißgunst, mißbilligen, mißtrauen, mißfallen, mißvergnügt).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 764Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei