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VerkehrBrockhaus 1882

Monitor war ursprünglich der Name eines 1861 nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs in den Vereinigten Staaten von nordstaatlicher Seite durch den Ingenieur Ericsson (s. d.) erbauten Panzerschiffs von eigentümlicher Konstruktion, welches, ohne Masten und nur durch die Maschine fortbewegt, nur sehr wenig über die Wasserfläche hervorragte und zwei schwere Geschütze in einem etwas erhöhten und mit sehr starkem Eisen gepanzerten Turme trug. Dieser erste M. erreichte durch sein Gefecht mit dem großen südstaatlichen Panzerschiff Merrimac auf Hampton-Roads Berühmtheit, indem er trotz seiner Kleinheit dem großen Koloß empfindlichen Schaden zufügte. Die Folge dieses Kampfes war, daß die großen seefahrenden Nationen vielfach dem M. ähnliche, nur wenig Zielobjekt darbietende Fahrzeuge erbauten, denen der Klassenname „Monitoro beigelegt wurde. Anfänglich nur für Küstenverteidigung und stille Gewässer bestimmt, waren sie nicht im Stande, über See zu gehen. Der erste amerikanische M. ging sogar bei einem Versuch, die offene See zu halten, mit der gesamten Mannschaft unter. In Frühjahr 1866 sandte jedoch die nordamerik. Regierung einen M. mit zwei Türmen, den Miantonomoh, nach Europa, dessen Verdeck nur 45 em über Wasser lag. Derselbe machte die Reise von Neuyork nach England in 10 Tagen und ging von dort nach Petersburg. Das deutsche Panzerschiff Arminius ist ebenfalls ein M. mit zwei durch Menschenkraft drehbaren Türmen, in deren jedem zwei gezogene 21 em-⸗Geschütze aufgestellt sind, welche ein Langgeschoß von 105 kg Gewicht werfen und sich einzeln oder gleichzeitig abfeuern lassen. Die deutsche Marine besitzt außerdem noch zwei gepanzerte Schiffe nach dem Monitorsystem, d. h. mit je zwei drehbaren Türmen, den Friedrich d. Gr. und Preußen; da indessen diese Schiffe sehr groß sind und bedeutend höher über Wasser liegen, als die ursprünglichen M., nennt man sie Turmschiffe.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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