Eriesson (John), berühmter Ingenieur und Erfinder, geb. 31. Juli 1803 zu Längbanshyttan im Kirchspiele Fernebo der schwed. Landschaft Wermland, Sohn eines Bergwerkbesitzers, der seit 1810 als Aufseher bei den Sprengarbeiten für den damals in Anlage begriffenen Götakanal wirkte, trat frühzeitig in die schwed. Armee und rückte 1822 zum Lieutenant auf. Um seine neuerfundene Calorische Maschine (s. d.) auszustellen, begab er sich 1826 nach England. Obgleich er hier keinen Erfolg hatte, beschloß er doch, sich fortan dem Maschinenbau zu widmen, nahm seinen Abschied als schwed. Offizier, ließ sich in England nieder und konstruierte zuerst 1829 eine Lokomotive nach dem calorischen Prinzip, die sich aber auf die Dauer nicht bewährte. Auf Veranlassung des amerik. Schiffskapitäns Stockton siedelte E. 1839 nach den Vereinigten Staaten über, wo er seitdem in Neuyork lebte. Hier erbaute er 1843 das Kriegsschiff Princeton, den ersten Dampfer mit dem Propeller unter dem Wasser, der eine vollständige Revolution im Bau der Kriegsdampfschiffe hervorrief und die Raddampfer fast ganz verdrängte. Außerdem erfand er einen neuen Distanzenmesser zur See, und 1852 gelang es ihm endlich, seine Calorische Maschine zum Treiben eines Seeschiffs von fast 2000 Tonnen zu verwenden. Der sog. calorische Dampfer bewährte sich aber nicht und blieb der einzige in seiner Art. Seitdem hat E. die Calorische Maschine vielfach verbessert und für Pumpen, Sägemühlen, Nähmaschinen u. s. w. benutzt. Da indes die Maschine keine wesentlichen Ersparnisse an Zeit und an Kohlen erzielt, so gelangte sie nicht zur allgemeinen Anwendung. Seit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs erwarb sich E. durch den Bau des Monitors (s. d. einen großen Ruf, den er durch seine Arbeiten zum Vervollkommnen der Torpedos (Destroyer) noch erhöhte. Zu seinen spätern Erfindungen gehört die sog Solarmaschine. Sein älterer Bruder, Nils Erieson (wie er sich selbst, nachdem er geadelt, schrieb), ebenfalls ein ausgezeichneter Ingenieur, geb. 31. Jan. 1802, wurde 1823 Unterlieutenant beim Ingenieurkorps der schwed. Armee, 1828 Lieutenant in der Armee, 1830 Kapitän, 1832 Major,‚, 1850 Oberst im mechan. Korps der Flotte. Seit 1855 wirkte er als dirigierender Chef der Eisenbahnbauten des Staats. Als bedeutender Ingenieur bekundete er sich unter anderm durch die neuen Schleusen im Trollhättakanal (1837 — 44), durch die Schleuse und die Schiffsdocks in Stockholm (1851), durch den großen Kanal zwischen dem Saimen und dem Finnischen Golf in Finland (1849—56), durch den Dalslandskanal (1864—68), besonders aber durch die schwed. Eisenbahnen, welche recht eigentlich als sein Werk angesehen werden können. Als er 1862 von der Leitung des Eisenbahnwesens zurücktrat, be-le willigten ihm die Reichsstände eine lebenslängliche Pension von jährlich 15000 Riksdalers. Schon vorher war er in Anerkennung seiner Verdienste 1854 geadelt und 1860 in den e erhoben worden. Er starb zu Stockholm 8. Sept. 1870.