Montreuil-fur-Mer, Arrondissementshauptstadt im franz. Depart. Pas-de-Calais, 74 WNW. von Arras, an der Canche, bis 1866 Festung weiter Klasse, Station der Linie Arras-Ctaples er Nordbahn, hat ein Tabaksmagazin, Bäckerei von berühmten Schnepfenpasteten und zählt (1876) 3473 E. Die Stadt ist sehr alt; 815 wurde sie durch die Normannen zerstört, 1537 von den Spaniern ontreux, klimatischer Kurort im Bezirk Vev des schweiz. Kantons Waadt, liegt auf dem rechten Ufer des obern Genfersees am Fuß der Voralvenkette der Dent de Jaman, besteht aus zahlreichen, von den Abhängen des Gebirges bis zum See zerstreuten Dörfern und Weilern, von denen die an dem See gelegenen, Clarens, Vernex, M., Territet, Veytaux u. s. w., eine 5 km lange Reihe von Gasthöfen, Pensionen und Villen bilden, und zählt (1880) als Kirchengemeinde 8017 meist reform. E. (1323 Katholiken), deren Haupterwerbsquelle neben Weinbau und Feldbau der sehr lebhafte Touristenverkehr ist. Die Gegend von M., das schweiz. Nizza, durch das Gebirge vor Nord⸗ und Ostwinden geschützt, südwestlich gegen den See abgedacht, ist berühmt durch ihre herrliche gesunde Lage und ihr mildes Klima. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 10,38 C. (Winter 2,49“, Frühling 10,49“, Sommer 18,89“, Herbst 10,54). Namentlich wird M. als Herbst⸗ und Winteraufenthalt für Brustkranke empfohlen. Die bemerkenswertesten Punkte des reizenden, von Nußbaum⸗ und Kastaniengruppen, Schlössern, Villen und Pensionen übersäeten Rebengeländes sind die alten Schlösser Ehillon (s. d.) und Chätelard, das moderne Schloß des Crêtes bei Clarens mit dem aus Rousseaus &IIEloisep bekannten Bosquet de Julie, die Terrasse der auf einem Tuffsteinfels gelegenen Pfarrkirche von M., die eine der berühmtesten Aussichten über den Genfersee bietet, die Wasserfälle der Baie de M. in der Gorge (Klamm) du Chauderon und der Rigi Vaudois (687 m) bei Glion, das mit der Station Territet der Dampferlinie Genf-Ouchy-Villeneuve und der Bahnlinie Genf-Lausanne-Brig seit 1883 durch eine 680 m lange Drahtseilbahn von 30 bis 57, durchschnittlich 45 Proz. Steigung verbunden ist. Vgl. Rambert, «Montreuxo (Neuchätel 1877) und Gsell-Fels, Kurorte der Schweizy (Zür. 1880).