Caudebee oder Caudebec-en-Caux (Caledunum), kleine Handels- und Fischerstadt im franz. Depart. Niederseine (Normandie), Arrondissement Mpetot, 12 km im S. von Myetot, am rechten Ufer der Seine, die hier einen Hafen bildet, sehr malerisch gelegen, hat eine der schönsten Pfarrkirchen der Normandie aus dem 15. Jahrh. mit meisterhaftem Portal und 10Um hohem Glockenturm und zählt (1876) 1951, als Gemeinde 2049 E., welche Woll- und Baumwollfabriken, Gerbereien und Bleichen unterhalten, Fischfang und lebhaften See⸗ und Küstenhandel mit Getreide, Holz, Olfrüchten, Salz, Vieh und Kohlen treiben. C. ist ein uralter Ort und war früher die Hauptstadt des Ländchens Cau (Wohnsitz der Caletes im Altertum), welches üch zwischen der Seine und dem Meere erstreckte. Die Industrie war ehemals bedeutender. Früher befestigt, wurde C. 1419 von den Engländern, 1562 von den Hugenotten, 1592 von den Liguisten erobert. Kaum 4 km im Osten liegt in einem schönen Thale das Dorf Saint-Wandrille, mit den Ruinen der 648 vom heil. Wandrigisel gestifteten Benediktinerabtei St.⸗Wandrille oder Fontenelle (Sancti Wandregisili, beziehungsweise Fontanella), in welcher der letzte Merovinger Theodorich, Sohn des 752 entthronten Childerich III., als Mönch starb. Die reiche Abtei umfaßte 10 Kirchen mit den Gräbern von 18 kanonisierten Heiligen.