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ErdkundeBrockhaus 1882

Cannes, schön gelegene und gut gebaute Seestadt im Arrondissement Grasse des franz. Depart. Seealpen, unfern des awde von Napoule, 35,6 Em südwestlich von Nizza, an der Mittelmeerbahn, at einen kleinen, unbequemen Hafen, einen Leuchtturm, Schiffswerfte und Seebäder. Die sich mehr als 6 km an der Küste hinziehende Stadt zählt (1876) 14022 E. und besitzt an bemerkenswerten Gebäuden das große Casino, den malerischen Pontde-Riou an Stelle einer röm. Brücke und den um 1070 angefangenen und 1395 vollendeten Turm des Abteischlosses, an der Stelle des röm. Castrum Marcellinum, von dem man eine herrliche Aussicht lßt, sind unter K aufzusuchen. auf das Mittelmeer und die mit zahlreichen Vill und Schlössern besetzte Küste hat. Seit 1867 ist e botan. Garten vorhanden. Lord Brougham lie hier begraben. C. ist der teuerste Kurort der R viera. Die Bevölkerung fabriziert Gle und Pa fümerien, treibt Sardinen⸗ und Anchovisfischer Parp lebhaften Handel mit Südfrüchten, Ol, Seif arfümerien, Salzfischen, Korn, Orangen und C tronen. Durch das Esterelgebirge gegen die Nort winde geschützt ist C. wegen seiner milden Lu als klimatischer Kurort berühmt. Es ist ein her liches Seebad mit weniger wechselndem Klima, al Nizza, Florenz, Rom und Neapel Zinte und dahe ein immer wichtiger werdender interaufenthal (5000 Fremde). Die mittlere Tabreztemperatur i 16,4 C., die des Winters 9,6. Das Extrem sind 32˙ er Dezember hat 22 wolkenlose Tage; es faller 647 mm Regen. Vgl. Valcourt, C. und sein Klima (Erlangen 1869); oanne, «Stations d'hiver de I. Mediteérranée (Par. 1875). Zwischen C. und An tibes im O. ist die Bucht S aint-Jouan, in wel cher Napoleon I. auf der Reede lag, 4 er bei C I. März 1815 von Elba aus landete. uch Murat stieg hier von Ischia her 25. Mai 1815 ans Land. Zur Gemeinde von C. werden die gegenüberliegenden Lerinischen Inseln Ales de Lérins) gerechnet, ntesM (außer einigen unbewohnten Klippen) Sainte⸗ arguerite Leron) und Saint-Honorat (Lerina), welche 1635—37 von den Spaniern besetzt gehalten wurden. Die erstere, 7 Km im Umfange, 1400 m vom Festlande entfernt, enthält außer andern Befestigungen ein unter Richelieu gebautes Fort, in welchem der Mann mit der Eisernen Maske und 1874 General Bazaine gefangen saßen. St.⸗Honorat, 700 m südlicher gelegen und kaum halb so groß, ehört seit 1858 dem Bischof von Frejus, der daselbst eine Ackerbaukolonie angelegt hat. Die Insel trägt eins der ältesten Klöster Galliens, 410 vom heil. Honoratus gegründet. Das feste Schloß, welches den Mönchen als Zufluchtsort vor Seeräubern diente, ist zum Teil auf röm. Substruktionen erbaut.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 910Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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