FeedMorchella Dill. Morcheh)
PflanzenreichBrockhaus 1882

Morchella Dill. Morcheh), Pilzgattung aus der Abteilung der Discomyceten. Es sind fleischige Pilze mit einem fast stets hohlen Strunke und einem wachsartig-fleischigen, mehr oder minder aufgeblasenen, buchtig-faltigen oder netzig-zelligen Hute, der nur auf der Spitze des Strunkes befestigt ist und auf seiner Oberfläche das Hymenium mit den Sporenschläuchen trägt. Sie wachsen nur auf dem Erdboden, besitzen einen angenehmen Geschmack und werden in Deutschland, Italien und Frankreich als gewöhnliches Gemüse oder als Zusatz zu dem Gemüse sowohl frisch als getrocknet gegessen. Im Frühiahr erscheinen sie auf Rasenplätzen zwischen dem abgefallenen Laube, an lichten Stellen etwas sandiger Wälder, auf Kalk- und Thonboden, an den Seiten sandiger Wege und namentlich sehr gern auf Waldblößen und Meilerstätten. In Deutschland wachsen ungefähr zwölf Arten. Am bekanntesten ist die gemeine Hutmorchel (M. esculenta Pers.) mit einem 2—3em hohen Strunke und einem rundlichen, ovalen, länglichen oder kegelförmigen, gelblichen, gelbbraunen, braunen oder schwarzbraunen Hute. Sie wächst vorzüglich in Berggegenden. Die Form mit kegelförmigem Hute nennt man gewöhnlich Spitzmorchel (M. conica Pers., s. Tafel: EDßbare Pilze). Die sog. böhmische Hutmorchel (M. bohemica Krombh.) ist 10—20 em hoch und hat einen fingerhutförmigen, stumpfen, weißrandigen Hut mit länglichen, schmalen, vielgestaltigen Feldern und einen bogenförmig gekrümmten Strunk mit erhobenen, hin und her gebogenen Rippen. Besonders schmackhaft ist die köstliche Spitzmorchel (M. deliciosa Fries.), welche 8 em hoch wird und einen walzig-kegelförmigen Hut von blaßrötlicher bis fleischroter Farbe besitzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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