FeedMoscheles (Ignaz)
MusikBrockhaus 1882

Moscheles (Ignaz), berühmter Pianofortespieler und beliebter Komponist für das Pianoforte, geb. zu Prag 30. Mai 1794 als Sohn eines isragel. Kaufmanns, bildete sich seit 1804 unter der Leitung Friedr. Dionys Webers und ging im J. 1808 nach Wien, wo Albrechtsberger sein Lehrer wurde. Nach mehrern Kunstreisen begab er sich 1820 über Holland und Frankreich nach England, wo er seit 1825 dauernd sich niederließ und in Concerten wie als Lehrer eine hervorragende Stellung einnahm. Hier war Thalberg einige Zeit sein Schüler, wie früher in Berlin Felix Mendelssohn. Auf Veranlassung Mendelssohns gab M. 1846 seine Stellung in London auf und siedelte nach Leipzig über, um vereint mit demselben dem Konservatorium daselbst vorzustehen. Er starb zu Leipzig 10. März 1870. M.“ Kompositionen, gleich trefflich durch Erfindung wie durch solide und kunstreiche Ausführung, gehören mit denen von Hummel zu den gediegensten Virtuosenwerken, welche die wiener Schule hervorgebracht hat. Seine Etuden sind noch gegenwärtig dem Musikstudierenden unentbehrlich. Vgl. „Aus M.' Leben. Nach Briefen und Tagebücherno (2 Bde., Lpz. 1872—73). Sein Sohn, Felix M., geb. zu London 8. Febr. 1833, als Genre-und Porträtmaler bekannt, bildete sich zu Paris und Antwerpen, ließ sich dann in London nieder und machte Studienreisen in Italien, Griechenland, der Türkei und Spanien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 883Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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