FeedMoschee
ReligionBrockhaus 1882

Moschee (durch Vermittelung des ital. moschea aus dem arab. mesdschid, d. h. Anbetungsort) ist der Name für die mohammed. Bethäuser. Die Orientalen unterscheiden zwei Arten von M., die eigentliche Resdschid und die Dschami'. Erstere stellt sich dem Besucher als ein einfaches viereckiges, auf Mekka orientiertes Gemach dar, mit einer in der Mitte, der Mekka zugewandten Seite, angebrachten Nische, welche den in dem Raume ihr Gebet Verrichtenden die einzuhaltende Richtung angibt und Mihrab genannt wird. Letztere ist ein größerer und ½½.½ verzierter Raum mit gleicher Grundeinrichtung, jedoch dem unterscheidenden Merkmal, daß sich auf der rechten Seite des Mihrab eine hohe Kanzel, Minber, befindet, von welcher herab jeden Freitag Mittag die Chutbeh, d. h. die Fürbitte für den regierenden Herrscher, gesprochen wird. Weder die Mesdschid noch die Dschami' dulden bildliche Darstellungen; dagegen findet man den Haupteingang und den Mihrab oft mit meisterhaft ausgeführten Arabesken ornamentiert. Statk der Sitze wird in beiden der Fußboden mit Matten oder Teppichen belegt. Der Baustil der M. ist je nach den Ländern verschieden; besonders prächtige Gebäude 90 der nach dem Muster der Sophienkirche in Konstantinopel gebildete türk. Stil geliefert. Ein äußeres Kennzeichen der M. ist das Minaret (f. d.). Viele besitzen einen Vorhof mit Brunnen für die religiösen Waschungen; mit größern M. sind oft Medressehs (Hochschulen), Imarets (Armenküchen), Türbehs (Mausoleen), bisweilen auch Kütübhanes (Bibliotheken) verbunden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 883Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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