Müller (Johs.), berühmter Naturforscher, geb. 14. Juli 1801 zu Koblenz, studierte in Bonn und Berlin und schrieb noch als Student die Schrift De respiratione foetuso (Lpz. 1823). Im Herbst 1824 habilitierte er sich in Bonn und wurde daselbst 1826 außerord. und 1830 ord. Professor. Im J. 1833 erhielt er die ord. Professur für Physiologie in Berlin. Er starb in der Nacht vom 27. auf den 28. April 1858 zu Berlin. M. hat sich durch seine physiol. und vergleichendanatom. Forschungen und Untersuchungen einen Weltruf erworben. Er ist nicht nur der eigentliche Begründer der physik.⸗chem. Schule in der Physiologie, sondern hat auch durch seine Arbeiten einen mächtigen Einfluß auf die Medizin und deren Umgestaltung ausgeübt. Viele seiner Schriften und Abhandlungen sind speziellen zoolog. und zootom. Untersuchungen gewidmet. Die Physiologie des Menschen betreffen unter anderm: Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtssinnes des Menschen und der Tieren (Lpz. 1826), «über die phantastischen Gesichtserscheinungens (Kobl. 1826), De glandularum secernentium structura penitiori earumque prima formatione in homine atque animalibuso (Lpz. 1830, mit Kupfern), vor allem das Handbuch der Physiologie des Menschen⸗ (3. Aufl., 2 Bde., Kobl. 1837—41). Mit der Schrift elber den feinern Bau und die Formen der krankhaften Geschwülster (Berl. 1838) wirkte M. auf dem Gebiete der histologischen Pathologie. Während der letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens widmete er sich vorzugsweise vergleichend-anatom. und zootom. Untersuchungen. Dahin gehören die Vergleichende Anatomie der Myxinoideno (Berl. 1835—45) u. s. w. Kleinere Arbeiten von ihm enthält das «Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medizino, das er seit 1834 redigierte. Vgl. Virchow, Johannes M. » (BVerl. 1858); Du Bois-Reymond, «Gedächtnisrede auf Johannes M. »(Berl. 1860).