FeedLudwig (Karl Friedr. Wilh.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Ludwig (Karl Friedr. Wilh.), einer der namhaftesten deutschen Physiologen, geb. 29. Dez. 1816 Witzenhausen im Hessischen, widmete sich zu arburg und Erlangen mediz. Studien. Im 1842 habilitierte er sich zu Marburg, erhielt hier 1846 die außerord. Professur für vergleichende Anatomie, wurde 1849 ord. Professor der Physiologie und Anatomie in Zürich, 1855 Professor für Physiologie am Josephinum in Wien und siedelte Ostern 1865 in gleicher Eigenschaft nach Leipzig über. Einige seiner Arbeiten haben epochemachend gewirkt. So wies unter anderm L. den Einfluß der Nerven auf die ehon aass Cinen nach. Er faßte ferner die Harnsekretion als eine Filtration von Blutflüssigkeit in den Nieren auf und suchte dies durch viele Beobachtungen zu erweisen. L.s Untersuchungen über die Blutgase, die Herzbewegung und über die Lymphwege und die Lymphbildung haben ebenfalls sehr anregend gewirkt. Sein Hauptwerk ist das 4 Lehrbuch der Physiologie des Menschenv (2 Bde., Heidelb. 1852—56; 2. Aufl., 2 Bde., 1857—61). Viele seiner Arbeiten sind in den seit 1866 jährlich erscheinenden «Arbeiten aus der physiol. Anstalt zu Leipzig enthalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 236Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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