FeedRyswyck (Theodor van)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ryswyck (Theodor van), vläm. Dichter, geb. 8. Juli 1811 zu Antwerpen, ging 1830 als Freiwilliger unter das Militär, bekleidete nachher das Amt eines Leihhaussekretärs in seiner Vaterstadt und starb daselbst geisteskrank 7. Mai 1849. In seinen zahlreichen Poesien, unter denen die epische Dichtung Eppensteino (Antw. 1840), die Balladeno (Antw. 1843), Antigonuso (Antw. 1841), „Eigenaerdige Verhalen „ (Antw. 1837), Poéëtische Luimeno (Antw. 1842) und Politicke Refereineno (Antw. 1844) zu nennen sind, legt er die edelsten Eigenschaften des Gemüts an den Tag und schwingt in derber Weise die Geißel der Satire über die sein Vaterland vergiftenden Früchte der franz. Überbildung. Unübertroffen steht er durch seine Volksliedjes „ (Antw. 1846) als Volksdichter da. Eine Gesamtausgabe seiner Werke (4 Bde., Antw. 1849—50) erschien nach seinem Tode. Sein Denkmal zu Antwerpen wurde 5. Okt. 1884 enthüllt. Wisloka, Station der Linie Krakau-Lemberg der Karl-Ludwigsbahn, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, zählt (1880) 11166 CE. poln. Zunge, darunter die Hälfte Juden und hat ein Staatsobergymnasium und eine Lehrerbildungsanstalt, Leinweberei, Goldschmiederei und Fabrikation von Tabakspfeifen aus Wachholderstrauchwurzeln. Im fürstlich Lubomirskischen Schloß sind die Gerichtsbehörden untergebracht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 42Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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