FeedDuyse (Prudens van)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Duyse (Prudens van), vläm. Dichter, Archivar der Stadt Gent, geb. 17. Sept. 1804 zu Dendermonde, gest. zu Gent 13. Nov. 1859. Seine dichterischen Erzeugnisse, sowohl epischer als lyrischer und dramatischer Art, sind außerordentlich zahlreich. Auch gebührt ihm das Verdienst, bei vielen .— Landsleute die Liebe zur vläm. Muttersprache geweckt und unterhalten zu haben, als sich noch Vorurteile der verschiedensten Art gegen Wiederbelebung des alten Volksidioms häuften. Viele seiner Gedichte sind zerstreut in den seit 1840 erschienenen Letteroëfeningen und dem WMederduytsche Jaarboekjen. Zu erwähnen sind noch Vaderlandsche Poezys (3 Bde., 1840) und MHet Klaverblado (1848). Später trug D. auch in dem vom Niederländischen Institut 1848 veranlaßten Konkurs über die Geschichte der niederländ. Versifikation seit dem 15. Jahrh. den Preis davon. Auf dem Gebiete der vläm. Geschichte hat er manche schätzenswerte Abhandlung geliefert. Kurz vor seinem Tode wurde ihm für sein episches Gedicht Jakob van Arteveldes (Gent 1858) und seine Gedichtsammlung Nasomero (Gent 1859) von der Regierung der Fünfjahr-Preis für vläm. Litteratur zuerkannt. D. war der Gründer und die Seele des in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre aufblühenden Duitsch-Vlaamsch Zangverbondo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 683Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6