Saint-Louis, die größte und wichtigste Handels- und Fabrikstadt des nordamerik. Staates Missouri, Lalb am westl. Ufer des Mississippi, 1870 kmoberhalb Neuorleans, 32 km unterhalb der Missourimündung, auf den Terrassen eines Kalksteinplateaus, das allmählich zum Flusse abfällt und mit dem östl. Ufer durch eine mächtige, auf zwei Ufer⸗ und zwei Flußpfeilern ruhende, 600 m lange eiserne Brücke, welche 7043 603 Doll. gekostet hat, verbunden ist. Die Stadt ist schön gelegen und regelmäßig gebaut, mit breiten, meist rechtwinkelig sich schneidenden Straßen und meist aus Backsteinen errichteten Häusern. Die Hauptgebäude sind: das aus Granit gebaute Zollhaus nebst Post, das Gerichtsgebäude, das Sinaten. die Handel ein Arsenal der Vereinigten Staaten, die Handelskammer, die Mercantile-Library-Hall, das polytechnische Institut, das Stadthospital, die Washington-University, die Kathedrale, mehrere großartige Hotels, Kirchen, Schulen u. s. w. Von den 18 Parks sind am bedeutendsten: der Forest-Park (555 ha), der Tower-Grove-Park und der Lafayette-Park. Shaw's-Garden oder Missouri-Botanical-Garden umfaßt 20 ha und ist einer der schönsten botanischen Gärten der Vereinigten Staaten. Sehenswert sind ferner die Fair-Grounds mit einem Amphitheater für 25000 Personen, die Kirchhöfe, z. B. der Bellefontaine, die Wasserwerke u. s. w. Das Klima ist trotz der großen Schwankungen ein gesundes. Die 162 km Abzugskanäle, für welche die Stadt nahezu Mill. Doll. ausgegeben hat, tragen zu dem vorzüglichen Gesundheitszustande nicht wenig bei. In S. münden 19 Eisenbahnlinien, welche (1884) 499 936 t Fracht einführten; 2048 Boote und 999 Barken brachten außerdem 520350 t Fracht. Unter den Wohlthätigkeitsanstalten sind das Stadt⸗, das Marine⸗ und das Schwesternhospital, das Haus der duurer es die Irrenanstalt, mehrere Waisenhäuser etc. hervorzuheben. Die Stadt hat (1884) 104 Schulgebäude; an höhern Bildungsanstalten sind mehrere mediz. und ein pharmaceut. College, die kath. St. Louis-University mit einer Bibliothek von 17000 Bänden, die Washington-⸗University, das luth. Concordia-College, das polytechnische Institut, die Rechtsschule u. s. w. zu nennen. Außerdem gibt es eine große Anzahl Privat⸗ und Kirchenschulen, mehrere Bibliotheken, darunter die städtische Schulbibliothek mit 56000, die Mercantile-Library mit über 50000 Bänden u. s. w., mehrere histor., naturwissenschaftliche, Kunst- und Erziehungs-Gesellschaften und Vereine. Unter den (1880) 2924 industriellen Etablissements sind bedeutende awoll.- Tabur⸗⸗ Maschinenbauereien, große Baumwoll⸗, Tabaks⸗, Ol⸗, Blei⸗ „Farben-, Wachstuch- und andere Fabriken, mehrere Zuckerraffinerien, Mahlmühlen, Brauereien (eine ist die größte der Welt) und Schlächtereien. Noch bedeutender ist der Handel. Hauptausfuhrartikel ist Mehl; außerdem ist die Stadt der Stapelort für Pelzwerk, Tabak, Hanf, Getreide, Kartoffeln, Vieh, Schweinefleif ch, Blei und Metalle. S. hat 18 Staats⸗ und 6 Nationalbanken und ist der Sitz eines kath. Bischofs und Erzbischofs. Es hat 162 Kirchen, darunter viele Zaaatt 84 Zeitungen und Zeitschriften, darunter 3 täg iche deutsche und mehrere wöchentliche Zeitungen. Anfangs eine Station der Pelzhändler, wurde sie 1764 durch Laclede gegründet, zählte 1810 erst 1600, 1840 nur 16470, 1860 bereits 160 773 und 1880 schon 350 518 C., von denen 54901 deutsche, 22256 Farbige, 71 Chinesen und Indianer waren. Vgl. Scharf, 4History of St. Louis City and Countyo (2 Bde., Philad. 1883); Morgan, Annual statement of the trade and commerce of St. Louis for the yvear 18845 (St.⸗Louis 1885).