FeedSaluzzo und Moretta-S.
ErdkundeBrockhaus 1882

Saluzzo und Moretta-S., sowie der Tramways Euned-Busca-S., Pinerolo-Cavour-S., S.⸗Revello und Turin-Carignano-S., besteht aus Ober⸗ und Unterstadt, ist der Sitz eines Bis chofs, hat ein altes Kastell, die Residenz der Markgrafen von S., in welchem nach der Sage die tugendhafte Griseldis gefangen saß, und welches seit 1828 in eine Strafanstalt verwandelt worden ist, eine schöne, 1480 begonnene Kathedrale in der Unterstadt, die Pfarrkirche S. Bernardo von 1410 in der Oberstadt, mit Grabmälern der Familie della Torre, Grafen von Luserna, die Kirche S.⸗Domenico mit dem Denkmal, welches Margaretha von Foix 1504 ihrem Gemahl, dem Markgrafen Ludwig II., errichtete, ein Lyceum, ein Gymnasium, eine technische Schule und ein bischöfl. Seminar. Dem hier 1788 geborenen Dichter Silvio Pellico wurde 1863 eine Statue errichtet. Die (1881) 10 145 (Gemeinde 16237) E., betreibt Seidenspinnerei, Gerberei, Hut⸗ und Eisenwarenfabrikation, Handel mit Wein, Getreide, Vieh und Eis. Die Königin Bertrada hielt zu S., mittellat. Salutige, 770 eine Zusammenkunft, um ihre Söhne Karl d. Gr. und Karlmann zu versöhnen. Zu Anfang des 12. Jahrh. herrschte hier Manfred, Sohn des Markgrafen onifacio del Vasto. Die Familie der Markgrafen, seit 1363 Vasallen von Savoyen, erlosch 1548. Frankreich machte nun gegen Savoyen seine auf die Verschwägerung mit dem Hause Foir begründeten Erbansprüche mit den Waffen geltend. Im Vertrage zu Lyon (1601) gab jedoch Heinrich IV. das Marquisat dem Herzog Karl Emanuel J. von Savoyen gegen Abtretung von Bresse und Bugey zurück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 155Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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