Samarkand, Stadt im Gebiete Serafschan des russ. Generalgouvernements Turkestan in Centralasien, ehemals Hauptstadt des Chanats Bokhara, am Serafschan im Thale Sogd, zählt noch 36000 CE., Usbeken, Perser, Tadschiks, Inder und Juden, welche sich vorzugsweise mit Spinnen und Färben von Seide und Baumwolle, sowie mit der Verfertigung von Lederwaren beschäftigen. Das Hauptheiligtum der Stadt ist das Grabmal Timurs Türbeti Timur); außerdem sind zu erwähnen die edressen Schirurdar und Tille⸗-Kari aus den J. 1010 —-20 und die sehr zerfallene Medresse i Chanym, von Timurs Gattin erbaut. Die Citadelle ist ein Gewirr enger Straßen und Gassen, in deren Mitte das ehemalige Schloß des Emirs sich befindet. Die Stadt, früher eng und winkelig, ge winnt seit der russ. Eroberung ein besseres Aussehen. Bei den Griechen hieß S. Marakanda und war die Hauptstadt der Provinz Sogdiana. Alexander d. Gr. soll sie zerstört haben. Nach ihm hieß sie bei den Eingeborenen Tschin. Als 643 der Araber Samar den Islam brachte, wurde sie als S. aein Asyl des Friedens und der Gelehrsamkeit und von 833 bis 1000 Residenz des Geschlechts der Samaniden. Dschingis-Chan eroberte sie 1219, und Timur machte sie 1369 zu seiner Residenz, der dorthin 150000 Menschen verpflanzte, namentlich Seidenweber und Waffenschmiede. Aus dieser Zeit ihres höchsten Glanzes sind noch Ruinen, nördlich von der Stadt, erhalten, namentlich der einstmals so prächtige Palast Timurs mit einer hohen Kuppel. Da jedoch der Serafschan seinen Lauf veränderte, so hat das heutige S., diesem Laufe folgend, eine andere Eha als jenes Timurs. Die Stadt gehörte zum Chanat Bokhara, bis sie von den Russen unter General Kaufmann 14. Mai 1868 besetzt wurde, die 13. bis 20. Juni 1868 die Stadt gegen die belagernden Bokharen mit Erfolg verteidigten. Im Frieden vom 30. Juli 1868 trat dann der Emir von Bokhara S. an Rußland ab.