Coimbra (Conembrica bei den Alten), Haupt-Prot des gleichnamigen Distrikts in der U. Raite der Tiese ar teils auf einem steilen Felsen, teils in der Tiefe am nördl. Ufer des schiffbaren Mondego, uber den eine schöne Steinbrücke führt, 217 km von Lissabon, an der Eisenbahn Lissabon-Oporto, überaus malerisch gelegen, von Wein⸗, Ol⸗ und Citronengärten umgeben, hat acht Pfarrkirchen und zählt (1878) 13 369 E. Die Stadt zerfällt in Ober- und Unterstadt, in letzterer wohnen die Studenten und Professoren; beide Abteilungen sind verbunden durch die Minervatreppe und durch zwei schöne, sich hinaufwindende Chausseen, die auf dem niversitätsplateau enden. Die Stadt ist Sitz eines Bischofs, eines Schulkollegiums und eines königl. Kollegiums der Künste. Sehenswert ist eine Wasserleitung von 20 Bogen. Die Einwohner treiben Leinweberei und Töpferei und verfertigen sehr gesuchte Hornarbeiten, leben aber größtenteils von der Universität, der einzigen in Portugal, welche, 1290 zu Lissabon gestiftet, 1308 hierher verlegt wurde. Im J. 1338 wurde sie wieder nach Lissabon, 1537 wieder nach C. verlegt. Sie ist seit 1816 in fünf Fakultäten geteilt, nämlich in die theologische, juristische, medizinische, philosophische und mathematische, und wird von gegen 850 Studenten und 600 Lyceumschülern besucht. Zur Universität gehören eine Sternwarte, ein chem. Laboratorium, ein Museum mit einem anatom. Theater und wertvollen anatom., naturgeschichtlichen und ethnogr. Sammlungen, eine Bibliothek und botan. Gärten, welche vor der Stadt an den terrassierten Abhängen eines schönen Thals angelegt sind und zugleich als öffentliche Promenaden dienen. Unter den Gebäuden zeichnen sich die Kathedrale und das ehemalige Augustinerkloster zu Sta. Cruz mit schöner Rotunde, einem Park und Aquädukt, ferner das geistliche Seminar mit poln Me Kirche und das chirurg. Hospital aus. Am Mondego liegt das schöne Kloster Sta.-Clara, ein großes, massives Gebäude, in welchem seine Stifterin Isabella, Gemahlin des Königs Dionys, die 1336 starb, begraben liegt und Ines de Castro (s. d.), deren Thränengarten (Quinta das lagrimas) man noch zeigt, ermordet wurde. Auf dem großen Vorplatze des Clarenklosters wird jährlich ein dreitägiger Markt gehalten. C. ist wegen seines milden Klimas berühmt und in der Meteorologie bekannt als einer der regenreichsten Orte Europas (2,6 m im Wubune In der Nähe von C. wurde 1810 eine Abteilung des franz. Heers unter Massena durch die Engländer gefangen genommen. Am 7. Juli 1846 brach ein miguelistischer Aufstand hier aus, der 4. Jan. 1847 den Einzug des Herzogs von Saldanha nach dessen Siege bei Torres-Vedras zur Folge hatte. — Der Distrikt Coimbra umfaßt 3883 qkm mit (1878) 292037 E.