FeedSamland (mittellat. Sambia)
ErdkundeBrockhaus 1882

Samland (mittellat. Sambia), eine der Landschaften Ostpreußens, in welche dasselbe zu den Zeiten des Deutschen Ordens eingeteilt wurde, umfaßt das von dem Pregel, dem Frischen Haff, der Ostsee, dem Kurischen Haff und der Deime inselartig umflossene Land, den jetzigen Kreis Fischhausen (1061,4 Kkm mit 1885] 52 224 CE.) im W., den nördl. Teil des Kreises Königsberg in der Mitte und ein Stück vom Kreise Labiau im O., mit den Städten Fischhausen, Pillau, Königsberg, Tapiau und Labiau, und ist reich an geschichtlichen Erinnerungen an die Vorzeit. Das Plateau von Samland schwillt von der Deime aus sehr allmählich gegen W. an und bildet an der See die reizendsten Hügellandschaften, Steilküsten bis zu 60 m Höhe. Längs des nördl. Randes von Kranz mit Seebad) bis zu der 44 m hohen Landspitze Brüsterort (mit Leuchtturm; gegenüber bedeutender Steinriffe in der See) befinden sich sehr reiche Bernsteinlager in einer Schicht bläulichen Thons, besonders bei Sassau und Ruschen. Die westl. Steilküste zwischen Brüsterort und Pillau, mit dem 90 m hohen Hausenberg bei Germau, wo sich wahrscheinlich ein Romove, d. i. eine heilige Stätte der heidnischen Preußen befand, und wo 1253 der Deutsche Orden eine blutige Niederlage erlitt, ist unter dem Namen der Bernsteinküste bekannt, weil an derselben in der See nach Stürmen noch viel Bernstein gefunden wird. Der höchste Gipfel des S. ist der 110,5 m hohe Galtgarben (s. d.), fast in der Mitte des Plateau. Die Fuchsberge im O. desselben fallen schon zu 63 m herab. Eine Merkwürdigkeit des S. ist das Vorkommen des Clentiers in der Kapornschen Heide bei Bludau im Kreise Fischhausen. Vgl. Reusch, «Sagen des preuß. S.v (3. Aufl., Königsb. 1863); Gebauer, «Neuester Wegweiser durch S.» (6. Aufl., Königsb. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 172Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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