Tapiau, Stadt im ostpreuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Wehlau, rechts am Pregel, von dem hier nach Norden die Deime zum Kurischen Haff abzweigt, Station (2 Em vom rt, links vom Pregel) der Linie Berlin-Königsberg-Eydtkuhnen der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Amtsgerichts, eines Kreislazaretts und Kreisarmenhauses, einer Wasserbauinspektion und Oberförsterei, zählt (1885) 3057 E. und hat Warendepöt der Reichsbank, Zuckerfabrik, Dampff chneide-und Mahlmühlen, eine Biskuitfabrik, Brauereien, lebhafte Dampf⸗ und Segelschiffahrt, Handel mit Holz, Steinen, Getreide, Butter und Käse. T. ist Station für die zwischen Königsberg, Wehlau, Allenburg, Labiau, Tilsit und Memel verkehrenden Dampfschiffe. Das 1351 erbaute Schloß des Deutschen Ordens, in welchem 1568 der letzte Hochmeister des Ordens und erste Herzog von Preußen, Albrecht von Brandenburg, starb, dient seit 1792 den Zwecken der ostpreuß. Landarmen⸗, jetzt Besserungsanstalt; in diesem nicht zur Stadtgemeinde gehörenden Institut (1885 mit 704 E.) werden wollene Lagerdecken, 5. Se graues Tuch (Want), Baumwollzeug (Resse „Strohmatten und Fischernetze I. Doman auch seit 1883 auf der erpachteten königl. Domäne Großhof-Tapiau größere Landwirtschaft betrisben.