Schwarzort, Kirchdorf und Seebad im ostpreuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Memel, auf der Ostseite der hier etwa 2 Km breiten Kurischen Nehrung und an der westl. Küste des Kurischen Haffs, durch eine 6Kkm lange und 1 km breite dichte Kiefernwaldung gegen den im N. und S. sich ausbreitenden, hohe Dünen (der Grikinn im N. 54 m hoch) bildenden Flugsand geschützt, zählt (1880) 1091 zur Hälfte deutsch, zur Hälfte litauisch und kurisch sprechende E. und hat eine evang. Pfarrkirche (mit Gottesdienst in deutscher und litauischer Sprache), ein sehr besuchtes Seebad und Fischerei in der Ostsee und im Kurischen Haff. Der Boden des Haffs birgt ein überaus reiches Bernsteinlager, welches seit 1862 von dem Memeler Handlungshause Stantien u. Becker durch Baggerung (mittels 16—18 Baggermaschinen-Dampfbooten) ausgebeutet wird; zwei große in das Haff hinausgebaute Dämme schützen das Etablissement. S. ist Station der regelmäßigen Dampferlinien Memel-S.⸗Cranz, Memel-S.⸗Ruß-Tilsit und Memel-S.⸗Labiau-Königsberg.