FeedSäntis oder Sentis
ErdkundeBrockhaus 1882

Säntis oder Sentis, der höchste Gipfel der Thuralpen (s. Alpen 23), erhebt sich 10 kxm südsüdwestlich von Appenzell auf der Grenze der Kantone St. Gallen, Appenzell-Außerrhoden und Innerrhoden zu 2504 müber dem Meere. Seine kahle, felsige Spitze, der Hohsentis, vom Weißbad bei Appenzell, von Wildhaus oder Alt-St. Johann im Toggenburg, sowie von Urnäsch, Endstation der Appenzellerbahn, 10 km südlich von Herisau, in 6—7 Stunden leicht zu erreichen, gewährt eine großartige Aussicht auf das appenzeller Ländchen, das Toggenburg⸗ und das Rheinthal, den Bodensee, die Alpen vom Vorarlberg bis zum Berner Oberland und die Hochebene bis zum Jura und dem Schwarzwald. Die prächtige Fernsicht, verbunden mit der leichten Zugänglichkeit, machen den S. zu einem der besuchtesten Aussichtspunkte der Schweiz. Das dicht unter dem Gipfel gelegene Gasthaus, seit 1882 zugleich meteorologische Station, ist die höchste Winterwohnung der Schweiz. Der nach dem S. benannte Gebirgsstock, dessen südlicher höchster Teil auch Alpsteingebirge heißt, besteht aus felsigen, schroff abfallenden Bergen der Kreideformation, welche, mit Ausnahme der ewigen Schnee tragenden höchsten Gipfel, des S. und des Altmann (2433 m), den Charakter der Mittel und Voralpen tragen, und bildet eine besondere, durch das Toggenburg⸗ und das Rheinthal begrenzte Gruppe der Thuralpen. Ein vorzügliches Panorama des S. lieferte Heim (St. Gallen 1872).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 219Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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