FeedSaporöger
ErdkundeBrockhaus 1882

Saporöger (russ. Zaporobcy, Einzahl: Zaporoech, die jenseits (üdlich) der Wasserfälle (porögi) des Dnjepr Wohnenden, so hießen die freien Genossenschaften von Fischern und Kriegern, welche sich am untern Lauf des Dnjepr (russ. Zaporozje, auch Nizovja, Niederungen, genannt) zusammenfanden und aus denen sich seit dem 14. Jahrh. die kleinruss. Kosaken entwickelten. Sie kämpften anfangs im Dienste Polens gegen die Tataren und Türken, breiteten sich am Bug und Dnjepr immer mehr aus und verschmolzen mit dem kleinruss. Volk, das eine kosakische Organisation annahm. Ihre Hauptstädte waren zu jener Zeit Tscherkassy, Kanew, Tschigirin, später Techtemirow. Als jedoch Polen nach dem Aufstand Chmelnizkijs die Zahl der Kosaken und ihre Rechte zu beschränken begann, und in Kleinrußland Atamanen aus der poln. Szlachta einsetzte, organisierten sich die S. zu einem eigenen Saporogischen Wojßko oder Kosch, unter eigenen, selbstgewählten Atamanen, und bildeten nun die Cadres der langjährigen Kosakenkämpfe, anfangs gegen Polen, später auch gegen Rußland, indem sie Bündnisse mit den Tataren, Türken, zuletzt auch mit Schweden schlossen. Ihr Land umfaßte das Gebiet zwischen den Flüssen Bug und Mius, und das Centrum der rganisation bildete ein verschanztes Lager (die Sitsch) in der Nähe der Wasserfälle, zuerst auf der Dnjeprinsel Chortizy. Hier wohnten die dem Kriegsdienst sich widmenden Genossen (die Zahl schwankte gewöhnlich zwischen 3000 und 30000) in 38 großen Gebäuden (kuren) in mönchischer (die Sitsch durfte keine Frau betreten) und kommunistischer Weise zusammen, während die außerhalb der Sitsch wohnenden, verheirateten Genossen jenen Abgaben zu zahlen hatten. Der Ataman Goschewoj-Ataman oder Batka) wurde alljährlich gewählt, alljährlich fand auch die Verteilung der Nutzung der Ländereien an die einzelnen Kurens statt. Nach der Niederlage Karls XII. bei Poltawa 1709 ward die Sitsch von den Russen zerstört. Die S. flohen auf türk. Gebiet, und gründeten 1711 unter Protektion des Khans der Krim eine Sitsch bei Aleschki, die bis 1733 bestand. In diesem Jahre wurden sie von Rußland selbst zurückgerufen, gründeten eine neue Sitsch unweit der Stelle der alten zerstörten, erlangten aber nicht mehr ihre Freiheit wieder, und 1775 wurde diese Sitsch aufgehoben. Gegen 5000 S. flohen an die untere Donau und gründeten eine letzte Sitsch am Fluße Dunawetz, die bis 1828 bestand. Für die Nachfolger der S. in Rußland gelten die Tschernomorzen, die 1783 aus den Resten der S. gebildet wurden; anfangs erhielten sie ihre Wohnsitze am Schwarzen Meer zwischen Bug und Dnjepr, wurden aber 1792 an den Kuban versetzt und 1860 mit dem Kubanischen Wojßko verschmolzen. Vgl. außer den russ. Werken von Kostomarom (s. d.), Antonowitsch, Skalkowskij, Sresnewskij (Das S. Altertum», 2 Bde., Charkow 1833—38; Volkslieder enthaltend) u. a. Guenot, Les Zapo. rogues (Limoges 1885); Dragomanow, Artikel Kosakene (in Ersch und Grubers Encyklopädier, II. Serie, Band 39). aus der Gruppe der Dikotyledonen. an kenn gegen 300 Arten, die fast sämtlich in den Tropen gegenden wachsen und sowohl in der Alten als in der Neuen Welt weite Verbreitung haben. Es sind Bäume oder Sträucher, zum Teil stark behaart, mit lederartigen ganzrandigen Blättern und mittel großen zwitterigen Blüten, die aus vier bis sechs Kelchblättern einer meist vier⸗ bis sechslappigen glocken⸗ oder kranzförmigen Blumenkrone, vier oder mehr Staubgefäßen und einem oberständigen mehrfächerigen Fruchtknoten mit kurzem Griffel bestehen. Die Frucht ist eine Beere mit meist reichlich vorhandenem fleischigen Pericarpium. Die Familie der S. umfaßt mehrere als Obstbäume und Industrieflanzen wichtige Arten. (Vgl. die Artikel Achras, isconandra, Bassia, Chrysophyllum, Sideroxylon.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 227Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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