Saulcy (Louis Felicien Joseph Caignart de), franz. Archäolog, Numismatiker und Orientalist, geb. 19. März 1807 zu Lille, bestimmte sich dem Militärfach und besuchte seit 1825 die Polytechnische Schule zu Paris. Einige Jahre später erhielt er als Artillerielieutenant eine Anstellung an der Applikationsschule zu Metz, woselbst er sich eifrig dem Studium der Münzkunde widmete. S. war bereits als ein vorzüglicher Numismatiker bekannt, als er von der Akademie der Inschriften 1836 den Preis für seinen Essai de classification des suites monétaires byzantineso erhielt. Diese Schrift, sowie seine Arbeiten über die autonomen Münzen Spaniens und über die Münzen der Erzherzöge von Lothringen erwarben ihm 1839 den Titel eines Korrespondenten des Instituts. Seit 1838 Professor der Mechanik an der Kriegsschule, wurde er bald darauf als Konservator des Artilleriemuseums nach Paris berufen, und 1842 als Nachfolger Mionnets Mitglied der Akademie der Inschriften. Seit seiner Anwesenheit in Paris hatte sich S. in sehr zahlreichen Arbeiten mit den keltiber., phöniz., 1870, auaelenen Inschriften und, namentlich bis 1850, angelegentlich mit den medischen und assyr. Keilschriften beschäftigt. In letzterm Jahre ging er nach Palästina, mit welchem Lande er lange namentlich mit der Topographie Jerusalems sich beschäftigte. Er wurde 1860 Senator. In den letzten Jahren hatte er sich fast ausschließlich der Numismatik und zwar der der franz. Könige vor Franz I. zugewendet. Er starb zu Paris 3. Nov. 1880. Unter seinen Schriften sind noch besonders hervorzuheben: Voyage autour de la Mer Morter (2 Bde., Par. 1852—54), Etudes de la numismatique judaiquer (Par. 1857), Les campagnes de Jules César dans les Gauleso (Par. 1860), Voyage en Terre Saintes (2 Bde., Par. 1865), Les derniers jours de Jérusalemo (Par. 1866), Les monnaies datées des Seleucideso (Par. 1872), Histoire d'Hérode, roi des Juifsv (Par. 1867). Viele größere Abhandlungen von S. finden sich in den «Meémoireso der Akademie der Inschriften, dem Journal asiatiquer u. s. w.