Gangbauten (dän. Jättestuer, d. h. Riesenstuben, frz. sépultures à galerie) nennt man diejenigen vorgeschichtlichen Steinbauten (s. Dolme n)/ bei denen zu der eigentlichen Kammer ein nach Süd oder Südost ausmündender, enger und niedriger Eingang führt, und welche somit eine unverkennbare Ahnlichkeit mit den Wohnungen der heutigen Polarvölker, den sog. Gammen der Lappen und den Winterhütten der Eskimos, aufweisen. Ob sie gleich diesen auch als Wohnstätten oder nur als Gräber gedient haben, ist eine bestrittene Frage. Sie kommen vorzugsweise im nördl. Europa vor, in Schweden, Dänemark, Norddeutschland, Holland, Großbritannien und Irland, Bretagne u. s w., und sind in der Regel ganz oder größtenteils mit einem Erdhügel bedeckt. Ein besonders wohlerhaltener Gangbau findet sich auf der Insel Sylt. (gl. Wibel, „Der Gangbau des Deng oogs bei Wenningstedt auf Sylto, Kiel 1869.) Als eine weitere Entwickelung dieses der jüngern Steinzeit angehörigen Typus (bereits mit Metallbeigaben) sind wohl die Pictenhäuser und Grotten in Schottland und Irland sowie die Grottenbauten auf Malta und Gozzo anzusehen; auch der Gangbau zu Antequera in Andalusien zeugt von einer höhern Kultur. Die allées couvertes in der Provence und Bretagne stimmen nicht ganz mit den G. überein, insofern sie nur einen gangförmigen Bau, der sich nicht zu einer Kammer erweitert, darstellen.