Savery (Thomas), einer der Vorläufer Watts in der Erfindung der Dampfmaschine, geb. um 1650 zu Shilston in Devonshire, genoß eine sorgfältige Ausbildung, namentlich in der Mathematik und Mechanik, und widmete sich dem Ingenieurwesen. Nachdem er sich längere Zeit mit Entwürfen neuer Maschinen und Apparate beschäftigt, auch eine Vorrichtung zur Fortbewegung der Schiffe bei Windstille durch mittels einer Winde angetriebene Schaufelräder patentiert erhalten hatte (die er jedoch vergeblich in die Praxis einzuführen versuchte), stellte er sich die Aufgabe, den Wasserdampf als Betriebskraft für industrielle Zwecke, speziell zur Wasserhebung in Bergwerken, nutbar zu machen, wobei es ungewiß ist, ob ihm die bezüglichen Arbeiten früherer Erfinder bekannt waren. Im J. 1698 ließ er sich eine Maschine patentieren, welche teils auf der von Papin angegebenen Methode zur Herstellung eines luftleeren Raums durch Kondensation des Dampfes, also auf der Wirkung des atmosphärischen Luftdrucks, teils auf der Anwendung der Spannkraft des Dampfes beruhte und deren Zeichnung und Beschreibung in verschiedenen litterarischen Werken seiner Zeit veröffentlicht wurde. Die wesentlichsten übelstände dieser Maschine, denen zufolge weder die Erzeugung, noch die Ausnutzung des ohne Expansion arbeitenden Dampfes eine ökonomische sein konnte und die Erreichung eines hohen Dampfdrucks vollständig ausgeschlossen erschien, waren einerseits die unrationelle Konstruktion des Dampfkessels, andererseits der Mangel des Sicherheitsventils, weshalb die Maschine zum Auspumpen nur in einigen der Kupfer⸗ und Zinnbergwerke Cornwalls, im übrigen hauptsächlich zum Betrieb von Springbrunnen Verwendung fand. Erst nach dem 1716 erfolgten Tode S.s kamen die nach seinem Prinzip gebauten, von andern wesentlich verbesserten Maschinen mehrfach in Gebrauch. Jedenfalls war seine Konstruktion die erste, welche einigermaßen brauchbare Resultate lieferte, und es gebührt ihm somit das Verdienst, den ersten Schritt zur industriellen Verwertung der Dampfkraft gethan zu haben. Savfet Pascha⸗ s. Safvet Pascha. Savigliano (mittellat. Savelianum), Stadt in der ital. Provinz Cuneo, Bezirk Saluzzo, zwischen den Flüssen Maira und Grana, 52 km südlich von Turin, in schöner, fruchtbarer Ebene, Station der Eisenbahnen Turin-Cuneo und Savigliano⸗-Saluzzo. Die Stadt hat Mauern und Türme, breite und regelmäßige Straßen, ein schönes Stadtthor in Form eines Triumphbogens, zu Ehren der Vermählung Victor Amadeus' I. mit Christine von Frankreich errichtet, einen großen, mit Säulenhallen umgebenen Marktplatz, eine Benediktinerabtei, eine Stiftskirche mit Gemälden von dem aus S. gebürtigen Mulinari, genannt il Carraceino, und zählt (Ende 1881) 14312 (Gemeinde 17657) E., welche Fabriken in Tuch, Leinwand und Seiden zeugen unterhalten und Handel, besonders mit Vieh und Hanf, treiben. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Festung von den Franzosen geschleift. Dieselben besetzten die Stadt 15. Sept. und 3. Nov. 1799, verloren sie aber nach dem Gefecht vom 18. Sept. und der Schlacht vom 4. und 5. Nov. durch die Osterreicher und Russen unter Melas. Letztere Schlacht wird auch nach dem 3½ Kkm südöstlich von S. gelegenen Dorfe Genola benannt. S. ist Geburtsort der beiden als Violinspielerinnen berühmten Schwestern Teresa und Maria Milanollo.