FeedSpringbrunnen sind Vorri tungen
TechnikBrockhaus 1882

Springbrunnen sind Vorri tungen, mittels deren man einen Wasserstrahl in der freien Luft zu einer größern oder geringern Höhe hinauftreiben kann. Die Hydrostatik lehrt und die Erfahrung bestätigt, daß in zwei miteinander verbundenen Röhren das Wasser stets gleich hoch steht, oder daß das Wasser stets zu derselben 5 wieder hinaufzusteigen strebt, von welcher es inabfiel. Denkt man sich ein Wassergefäß oder einen Teich auf einem Berge und von diesem eine Röhre abwärts geführt und dann wieder etwas steigend, so wird das Wasser, das aus dem Teiche u. s. w. 6 N die Fallröhre hinabsteigt, durch die aufsteigende Röhre wieder nach aufwärts streben und so hoch steigen wollen, als es herabfiel. Der Widerstand der Luft und die durch die Reibung in der Röhre absorbierte Kraft bewirken jedoch, daß der Strahl im Freien nicht wieder ganz so hoch aufsteigt, als er fiel. Die Erscheinung des Steigens dieses Wasserstrahls beruht auf dem Drucke des Drur durch ir Wassers; wenn man daher diesen Druck durch irgend eine andere Kraft ersetzt, so bedarf es eines Wasserdrucks nicht. Wendet man z. B. ein Druckwerk an, etwa eine durch Wasser oder Dampfkraft betriebene Pumpe, so kann man S. ohne Wasserdruck, also statt am Fude von Bergen auch in der Ebene herstellen. Die Fontänen von Herrenhausen, Berlin und Potsdam sind Beispiele ähnlicher Vorrichtungen. (S. Druckwerk.) Dehnt man im geschlossenen Raume die Luft durch Wärme aus und ersetzt so den Wasserdruck, so erhält man ebenfalls einen S., und ein also hergestellter ist der Heronsball (s. d.). Natürliche S. sind die Artesischen Brunnen (s. d.). Die neuern Wasserleitungen, bei denen das zur Versorgung einer Stadt nötige Wasser in großen Behältern oberhalb derselben anlaae oon wird (Reservoirs), begünstigen die Anage von S., welche gewissermaßen einen augenscheinlichen Beweis von dem in der Leitung wirkenden Druck bieten. Beispiele dieser Art sind der Hochstrählbrunnen in Wien, die Anlagen in Stuttgart u. s. w. Von Einfluß auf die Höhe des springenden Strahls ist auch die Beschaffenheit der Mundöffnung, aus der das Wasser ins Freie tritt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 112Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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