Schachtöfen sind Ofen, deren Arbeitsraum schachtartig, d. h. oben offen und mehr hoch als weit geformt ist. Teils zum Rösten, teils zum Schmelzen von Erzen und Hüttenprodukten verwendet, wird die für diese Hüttenprozesse erforderliche mehr oder weniger hohe Temperatur entweder dem Ofen von außen zugeführt durch außerhalb derselben angebrachte Feuerungen oder Benutzung von Gichtgasen, oder im Innern des Schachtes selbst erzeugt und zwar dadurch, daß die zu behandelnde Masse mit Brennmaterial schichtenweise von oben eingetragen und letzteres in Brand gesteckt wird. Je nachdem die Luft zur Verbrennung auf natürlichem Wege (Zug) oder künstlichem in den Ofen tritt, unterscheidet man Zugschachtöfen oder Gebläseschachtöfen. Erstere werden, weil in ihnen nur ein geringerer Hitzegrad hervorgebracht werden kann, fast nur zum Rösten verwendet Beispiele für Eisen s. Tafel: Eisenerzeugung, Fig. 1, 2, 3; für Kupfer s. Tafel: Kupfergewinnung, Fig. 3). Die Schachtöfen mit Gebläse, wie solche zur Zugutemachung von Eisen, Kupfer, Blei, Silber, Zinnerzen gebraucht werden, sind von sehr verschiedener Konstruktion, allen gemeinschaftlich aber ist die Aufgabeöffnung (Gicht) am obern Ende des Schachtes, durch welche Erze und Brennmaterialien eingetragen werden, die Stichöffnung (Stich, Auge) am untern Ende des Schachtes zum Ablassen der geschmolzenen Massen und etwas darüber die Formöffnung zur Einführung der Gebläseluft. Der Größe nach keilt man die S. mit Gebläse ein in Hohöfen, Halbhohöfen und Krumöfen. (S. Tafel: Ofen, Fig. 4 u. 5.)