FeedSchakal
TierreichBrockhaus 1882

Schakal heißt eine zur Gattung Hund gehörige kleine Gruppe nächtlich lebender Raubtiere, welche zwischen den Wölfen und Füchsen steht. Sie sind von gestrecktem Bau, selten höher als 50 em, haben scharf zugespitzte Ohren, kleine Augen mit runder Pupille, lange Bartborsten und ein ziemlich grob behaartes, gelbes oder braungelbes, stellenweise schwarzgrau überlaufenes Fell, tragen den buschigen Schwanz horizontal und verbreiten einen sehr übeln Geruch um sich. Die S. leben gesellig, legen unterirdische Baue an und sind seit alten Zeiten wegen ihres eigentümlichen aucholishe Geheuls berüchtigt, welches einen melancholischen, unheimlichen Eindruck macht. Erst mit Eintritt der Dämmerung verlassen sie ihre Schlupfwinkel und streifen die ganze Nacht nach Nahrung umher. Dabei dringen sie selbst in die Städte, wo sie die Abfälle zusammensuchen, berauben Hühnerställe und Vorratshäuser und wühlen sich Zugänge zu allen nicht sehr sorgfältig eingerichteten Gräbern. Auch suchen sie schwache Säugetiere und Vögel zu beschleichen, nähren sich aber nötigenfalls auch von Pflanzenrauben und sind besonders Liebhaber der Weinrauben. Der gemeine Schakal (Canis aureus), der wahrscheinlich durch Mischung und direkt Stammvater mehrerer Rassen von Haushunden wurde, ist bis 90 em lang, oben graugelb, unten und an den Beinen rostgelb, an der Außenseite der Ohren fuchsrot und hat einen bis zu den Fersen reichenden, 26 em langen und an der Spitze schwarzen Schwanz. Er ist von den dalmatischen Inseln an über Griechenland, die Türkei, Südrußland, Kleinasien, Persien, Indien und fast ganz Afrika verbreitet und zeigt viele Spielarten, je nach dem Wohnort. Die in der Bibel unter dem Namen Schual erwähnten Tiere (die Füchse Simsons nach Luthers übersetzung) gehören gleichfalls zu den gemeinen S. Er ist ein zudringliches, aber feiges Tier und den Menschen nicht gefährlich. (S. Tafel: Wilde Hunde und Hyänen, Bd. IX, S. 464, Fig. 2.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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