Scheideck oder Scheidegg heißt im allgemeinen der Scheitel eines zwei Thäler scheidenden Bergjochs oder Kammes; als Eigenname kommt die Bezeichnung mehrern Höhen und Pässen der Schweizeralpen zu, von welchen die bekanntesten sind: die Rigi-S. (s. Rigi), die Susten-S. (s. Susten), die Große und die Kleine S. und die Reschen-S. Die Große oder Hasli-S., ein rasenbewachsener Sattel zwischen dem Wetterhorn und dem Schwarzhorn (2930 m) scheidet das Oberhasli vom Grindelwaldthal im Oberlande des schweiz. Kantons Bern. Der Saumweg über dieselbe führt von Meiringen südwestlich an den Reichenbachfällen vorbei über Rosenlaui zur Paßhöhe (1961 m) und senkt sich der Schwarzen Lütschine entlang nach Grindelwald, wo der Paßweg über die kleine oder Wengern-S. nach Lauterbrunnen anschließt. Südwestlich ansteigend erreicht derselbe über die Wergisthalalp die Paßhöhe (2069 m) zwischen den nördl. Ausläufern des Eiger und dem Lauberhorn (2475m), zieht sich dann über die Wengernalp (1885) zur Bergterrasse des Dörfchens Wengen (1275 m) und fällt zuletzt steil nach Lauterbrunnen ab. Der übergang erfordert bei beiden Pässen je 6ö—7 Stunden. Sowohl die Große wie die Kleine S. gehören ihrer großartigen Alpennatur wegen zu den lohnendsten und begangensten Pässen des Oberlandes; namentlich gewährt der Blick von der Wengernalp auf die Jungfrau eins der erhabensten Bilder der Alpen. Die Reschen-Scheideck, ein breiter Sattel zwischen den Rhätischen und den Stzthaler Alpen, liegt östlich vom Engadin in Tirol dicht an der Schweizergrenze und bildet die Wasserscheide zwischen Inn und Etsch. Die 80 km lange Poststraße des Passes zieht sich von Landeck (827 m) an der Arlbergbahn südwestlich durch das Oberinnthal nach Hochfinstermünz, wendet sich hier nach S. und erreicht durch das Querthal von Nauders die Paßöhe (1494 m), von welcher sie sich, mit prächtigem lick auf die Ortelergruppe, am Reschen⸗„Mitter-und Heidersee vorbei und über die Malserheide nach Mals (1060 m) hinabzieht, um endlich bei Spondinig (889 m) sich einerseits an die Straße des Stilfserjochs, andererseits an die Thalstraße des Vintschgau anzuschließen.