FeedGemmi (die)
ErdkundeBrockhaus 1882

Gemmi (die), ein Paß der Berner-Alpen (s. Alpen 17), zwischen den vergletscherten Gruppen des Balmhorns löstlich) und des Wildstrubel auf der Wasserscheide zwischen der Kander (Aare und der Dala (Rhöne), an der Grenze der schweiz. Kantone Bern und Wallis gelegen, verbindet das Kanderthal im Berner Oberland mit dem Thal von Leuk (s. d.). Der Weg über die G., ein vielbegangener, gut unterhaltener Saumweg, der von Kandersteg bis zum Bad Leuk 6½ Stunden Marsch erfordert, steigt bei Eggenschwand (1203 m) an der Mündung der Gasteren-Klus aus dem Kanderthal, den Abhängen des Gellihorns (2295 m) entlang, empor und erreicht bei den Alphütten der Spitalmatt (1905 m) das Hochthal der G., das sich, von kahlen Felsmauern und vergletscherten Hochgipfeln, Altels (3634 m), Rinderhorn (3466 m), Wildbreit, an der Sohle 1900—2300 m hoch von N. nach S. zur Paßhöhe der Daube (2329 m) hinaufzieht. Bei dem einsamen Bergwirtshaus Schwarenbach (2065 m) übersteigt der Weg den Quer⸗ „riegel, der die Hochfläche in eine untere mit Alpweiden bekleidete und eine obere öde und steinige Stufe teilt, folgt dann dem östl. Ufer des melancholischen Daubensees und erreicht die zwischen dem Daubenhorn (2880 m) und den Plattenhörnern eingeschnittene Paßgohe, die eine herrliche Aussicht »hauf die Walliser-Alpen und den tief unter dem fast senkrechten Absturz gelegenen Thalkessel des Leukerbades (1415 m) gewährt. Von der Höhe, die ein kleines Wirtshaus trägt, senkt sich der Weg, 1734 1—40 durch Sprengungen der Felswand abgewonnen, in kurzen, wendeltreppenartigen Windungen zum Leukerbad hinab, wo er an die Poststraße zum „Flecken und der Station Leuk (Linie Sitten-Brieg) „anschließt. So schwindelig der Pfad aussieht, ist er doch ganz ungefährlich und gehört zu den begangensten und lohnendsten Pässen der Berner Alpen. nmatischer Dichter, geb. 8. Nov. 1755 in Heilbronn, erhielt eine ausgezeichnete wissenschaftliche Bildung und sodann eine Anstellung bei der kurpfälz. Regie4 rung in Mannheim, wo er, später zum Kämmerer gund Hofkammerrat ernannt, auch für die Bühne nthätig war. Das rege Leben unter Kaiser Joseph II. 1. zog ihn 1784 nach Wien, wo er eine Zeit lang als r Privatmann lebte und 1799 vom Markgrafen von 3. Baden als Gesandter akkreditiert wurde. Nach der te Aufhebung des Deutschen Reichs trat er in den Privatstand zurück und lebte nun meist auf seinen Gütern. Später zum bad. Geheimrat befördert, starb er zu Heidelberg 15. März 1836. Einen Namen erwarb er sich besonders durch das Drama (Der deutsche Hausvaterp (Münch. 1780; neue Aufl., Mannh. 1791), welches, dem Pere de famille Diderots nachgebildet, als eine Darstellung aus dem häuslichen Leben auf den deutschen Bühnen großes Glück machte. Gutmütige Biederkeit mußte freilich in diesem Stücke die fehlende Poesie ersetzen. Außerdem schrieb G. einen «Pygmaliono (Mannh. 1778, nach Rousseau bearbeitet), das Lustspiel Die Erbschafte (Mannh. 1779) und eine Mannheimische Dramaturgies (Mannh. 1779). Eberhard Friedrich, Freiherr von G., ein Verwandter des vorigen, geb. 5. Nov. 1726 zu Heilbronn, gest. 19. Jan. 1791 als Regierungspräsident zu Stuttgart, der sich um sein Vaterland große Verdienste erwarb, machte sich ebenfalls als deutscher Dichter bekannt, namentlich durch seine „Poetischen Blicke in das Landlebenv (herausg. von Bodmer, Zür. 1752).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 741Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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